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Bestatter in München

Bestatter in München: was eine Bestattung hier kostet, Posten für Posten

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Wer in München einen Bestatter beauftragt, zahlt allein an die Stadt für eine Erdbestattung rund 2.800 Euro und für eine Feuerbestattung rund 2.400 Euro. Den größten Einzelposten bildet nicht das Grab, sondern die Beisetzung: 1.665 Euro für einen Sarg, 588 Euro für eine Urne. Das zeigt unsere Musterrechnung nach der Friedhofsgebührensatzung von 2024.

Stand: Oktober 2026

München rechnet anders als die meisten Großstädte. Es gibt nur Familiengräber mit jährlicher Gebühr, die Ruhezeit beträgt auf den großen Friedhöfen 10 Jahre, und die Stadt betreibt Friedhöfe, Krematorium und sogar einen eigenen Bestattungsdienst. Diese Seite rechnet eine Bestattung in München Posten für Posten durch, zeigt, wo Sie sparen können, stellt die Friedhöfe vor und erklärt, wie Sie den passenden Bestatter in München finden.

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Was kostet eine Bestattung in München? Die Musterrechnung

Die Tabelle enthält alle Gebühren, die die Städtischen Friedhöfe München für eine typische Bestattung berechnen: Aufbahrung, Trauerhalle, Feier, Beisetzung und Grab für die übliche Ruhezeit von 10 Jahren in der zweiten Reihe. Die Leistungen des Bestatters, Grabmal und Grabpflege legt jedes Unternehmen selbst fest; dafür stehen darunter die bundesweiten Spannen.

PostenFeuerbestattung, UrnenerdgrabErdbestattung, Erdgrab
Aufbahrung inkl. Schmuck (§ 6)88 €88 €
Trauerhalle inkl. Schmuck (§ 6)233 €233 €
Trauerfeier am Sarg (§ 6)229 €keine eigene Gebühr
Transport zur Einäscherung (§ 7)118 €–
Einäscherung im Krematorium am Ostfriedhof486 €–
Urnentransport zum Friedhof (§ 7)58 €–
Beisetzung mit Öffnen und Schließen des Grabes (§ 6)588 €1.665 €
Grabnutzung 10 Jahre, 2. Reihe (§ 4)590 €840 €
Summe städtische Gebühren2.390 €2.826 €
Bestatter (bundesweite Spanne)1.000 bis 7.000 €
Steinmetz (bundesweite Spanne)250 bis 12.000 €
Friedhofsgärtnerei (bundesweite Spanne)250 bis 15.000 €

Quellen: Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München vom 27.05.2024, gültig seit 01.07.2024; Einäscherungspreis laut Städtischen Friedhöfen München, abgerufen 17.10.2026; Spannen nach Aeternitas, Stand 06/2026. Summen eigene Berechnung. Die Satzungsgebühren sind Nettobeträge; wo Umsatzsteuer anfällt, kommt sie hinzu. Einäscherung und Urnenversand sind davon ausgenommen.

Auffällig ist das Verhältnis von Grab und Beisetzung. Zehn Jahre Grabnutzung für einen Sarg kosten 840 Euro, das Öffnen und Schließen des Grabes dagegen 1.665 Euro. Für den Vergleich mit anderen Städten heißt das: Die niedrigen Jahresbeträge decken nur 10 Jahre ab. Wer das Grab länger halten möchte, zahlt die Jahresgebühr für jedes weitere Jahr im Voraus (§ 4 Abs. 4).

Die größten städtischen Einzelposten einer Bestattung in München. Quelle: Friedhofsgebührensatzung vom 27.05.2024 und Preisangabe des Krematoriums, eigene Darstellung.

Im Städtevergleich der Verbraucherinitiative Aeternitas (2025) steht München für ein Sargwahlgrab mit rund 4.600 Euro, Berlin mit rund 1.000 Euro. Der Abstand zu unserer Rechnung entsteht durch andere Annahmen zu Laufzeit und Leistungen; für Ihren Fall zählt die Satzung. Die Einordnung aller Städte zeigt der Friedhofsgebühren-Atlas.

Dieselbe Grabart, zwei Städte4,6×
Berlin
≈ 1.000 €
München
≈ 4.600 €
Friedhofsgebühren für ein Sargwahlgrab, gerundet. Quelle: Aeternitas 2025, zitiert nach check24.de. Mehr Städte im Friedhofsgebühren-Atlas.

Wo können Sie bei einer Bestattung in München sparen?

Die Satzung bietet mehr Spielraum, als viele Angehörige wissen. Diese Stellschrauben verändern die Rechnung spürbar:

  • Zweite statt erste Reihe: Ein Urnenerdgrab an der Wegkante kostet 109 Euro je Jahr, in der zweiten Reihe 59 Euro. Über 10 Jahre sind das 500 Euro Unterschied.
  • Keine besonders gestalteten Lagen: Im Forum von Ost-, West- und Nordfriedhof, an Hauptwegen und auf den Friedhöfen Bogenhausen, Neuhausen und Nymphenburg gilt ein Zuschlag von 50 Prozent auf die Grabgebühr (§ 4 Abs. 3).
  • Gemeinschaftsgrab mit Pflege: Eine Urnenerdgrabstätte mit Gemeinschaftsnamensstele kostet 98 Euro je Urne und Jahr, einschließlich Grabmal ohne Beschriftung, Bepflanzung und Pflege. Steinmetz und Gärtnerei entfallen dann.
  • Urnennische: Eine Gitternische kostet 57 Euro je Jahr, über 10 Jahre also 570 Euro, ohne Pflegeaufwand.
  • Anonymes Urnengrab: einmalig 940 Euro. Ein Ort mit Namen fehlt dann allerdings, das sollte die Familie bewusst entscheiden.
  • Termin werktags: Außerhalb der Dienstzeit steigen die Gebühren um 25 Prozent, samstags um 30 Prozent (§ 6 Abs. 1).
  • Erdgrab nur für eine Person: Kann es nur einen Sarg oder nur Urnen aufnehmen, sinkt die Grabgebühr um 30 Prozent (§ 4 Abs. 2).
Grabgebühren für eine Urne in München je nach Grabart, ohne Beisetzung. Eigene Berechnung aus § 4 der Friedhofsgebührensatzung vom 27.05.2024.

Weitere Wege zu einer günstigen Bestattung beschreibt Günstige Bestattung: Wo Sie sparen können. Wer die Kosten gar nicht tragen kann, wendet sich an das Amt für Soziale Sicherung im Sozialreferat. Als erforderlich gelten dort bei einer Erdbestattung im Stadtgebiet Gesamtkosten bis 3.600 Euro einschließlich Grabdenkmal, bei einer Feuerbestattung bis 3.000 Euro (§ 74 SGB XII). Die Stadt rät, vor dem Auftrag mit der Ordnungsbehörde und dem zuständigen Sozialbürgerhaus zu klären, ob eine Pflicht besteht. Mehr unter Sozialbestattung.

Welche Friedhöfe gibt es in München?

Die Friedhofssatzung führt 29 städtische Einrichtungen auf, darunter das Krematorium. Dazu kommen rund 30 nichtstädtische Friedhöfe, die die Stadt teilweise mitverwaltet. Die Ruhezeit beträgt in der Regel 10 Jahre, auf einigen Friedhöfen mehr: 15 Jahre unter anderem in Bogenhausen, Neuhausen, Nymphenburg und Forstenried, 20 Jahre in Lochhausen und Oberföhring, 30 Jahre in Englschalking (§ 14 Friedhofssatzung). Dort steigt die Grabgebühr entsprechend.

FriedhofStadtteilMerkmal
WaldfriedhofHadern1907 eröffnet, rund 170 ha, Baumgräber, 1955 erstes islamisches Grabfeld Deutschlands
WestfriedhofMoosach1898 angelegt, Bauten von Hans Grässel, Stelen unter Bäumen
OstfriedhofObergiesing1821 angelegt, Sitz des städtischen Krematoriums
NordfriedhofSchwabing-Freimann1884 eröffnet, rund 31 ha
Neuer SüdfriedhofPerlach1977 eröffnet, rund 36 ha, Baumgräber
Alter SüdfriedhofIsarvorstadt1563 angelegt, heute Denkmal mit vielen Gräbern bekannter Münchner

Quellen: Friedhofssatzung der Landeshauptstadt München vom 02.12.2021; Baumbestattung, Landeshauptstadt München; Liste der Friedhöfe in München bei Wikipedia (Flächen und Jahreszahlen, Sekundärquelle). Mehr zum größten Friedhof unter Waldfriedhof München.

Baumgräber bietet die Stadt im Waldfriedhof, im Neuen Südfriedhof und im Waldfriedhof Solln an. Ein Platz am Gemeinschaftsbaum kostet 167 Euro je Jahr, ein Familienbaum für bis zu acht Urnen 562 Euro je Jahr, bei mindestens 25 Jahren Nutzungsrecht. Hintergrund: Baumbestattung. Ohne Sarg darf der Friedhofsträger aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen bestatten lassen (§ 30 Abs. 2 BestV). Bestattungswälder gibt es nicht im Stadtgebiet; Kosten der Anbieter vergleicht FriedWald und RuheForst.

Wie finden Sie den passenden Bestatter in München?

In München haben Sie eine Wahl, die es in den meisten Städten nicht gibt: Die Städtischen Friedhöfe München organisieren selbst komplette Bestattungen und Überführungen, nach eigener Angabe mit denselben Leistungen wie private Bestattungsunternehmen. Daneben arbeiten zahlreiche private Häuser in der Stadt. Die Friedhofsgebühren sind für alle gleich; vergleichen lohnt sich bei den eigenen Leistungen.

  1. Kostenvoranschlag einholen Schriftlich und aufgeschlüsselt, mit den städtischen Gebühren aus der Musterrechnung als getrennte Fremdkosten.
  2. Verband und Markenzeichen prüfen In Bayern ist das der Bestatterverband Bayern im Bundesverband Deutscher Bestatter. Das Markenzeichen des Bundesverbands setzt Fachausbildung oder Meistertitel und eine Prüfung nach DIN EN 15017 oder ISO 9001 voraus.
  3. Zeitrahmen klären In Bayern darf frühestens 48 Stunden nach dem Tod bestattet werden (§ 18 BestV), spätestens acht Tage nach Feststellung des Todes, Samstage, Sonn- und Feiertage nicht mitgezählt (§ 19 Abs. 1 BestV). Die Einäscherung ist laut Stadt innerhalb von drei Werktagen möglich, sobald alle Genehmigungen vorliegen.
  4. Unterlagen klären Die Sterbeurkunde stellt das Standesamt München aus, wenn der Tod im Stadtgebiet eingetreten ist; für das Klinikum Pasing und Heime in den Stadtbezirken 21 bis 23 ist das Standesamt München-Pasing zuständig. Meist übernimmt das der Bestatter. Mehr unter Sterbeurkunde beantragen.
  5. Vorsorge absichern Wer vorab regelt, legt das Geld auf ein Treuhandkonto. Siehe Bestattungsvorsorgevertrag.

Eine ausführliche Prüfliste steht in Einen guten Bestatter finden. Über Abschiedswunsch geht Ihre Anfrage an ein Bestattungshaus aus unserem Partnernetz.

Ein kurzes Nutzungsrecht passt, wenn …

  • niemand später im selben Grab beigesetzt werden soll,
  • Angehörige das Grab nicht lange pflegen können,
  • die Kosten niedrig bleiben sollen.

Ein längeres Nutzungsrecht passt eher, wenn …

  • Partner oder Kinder später dazukommen sollen,
  • das Grab ein dauerhafter Ort für die Familie sein soll,
  • Sie Verlängerungen nicht späteren Erben überlassen möchten.

Häufige Fragen zum Bestatter in München

Was kostet ein Bestatter in München?

Jedes Haus kalkuliert selbst; bundesweit nennt Aeternitas für den Bestatter 1.000 bis 7.000 Euro. Hinzu kommen in München die städtischen Gebühren, laut unserer Musterrechnung rund 2.400 Euro bei einer Feuerbestattung und rund 2.800 Euro bei einer Erdbestattung.

Darf ich die Urne in München mit nach Hause nehmen?

Nein. Die bayerische Bestattungsverordnung erlaubt die Herausgabe der Asche nur an Friedhofsträger oder Bestatter (§ 28 Abs. 1 BestV), und die Urne muss spätestens drei Monate nach der Einäscherung beigesetzt sein (§ 19 Abs. 4 BestV). Mehr unter Darf man die Urne zu Hause aufbewahren?.

Wie viele Personen passen in ein Münchner Familiengrab?

Ein Erdgrab nimmt laut Friedhofssatzung zwei Särge und bis zu acht Urnen auf, ein Urnenerdgrab bis zu sechs Urnen (§ 22). Eine weitere Beisetzung verlängert das Nutzungsrecht um die fehlenden Jahre bis zum Ende der neuen Ruhezeit (§ 5 Abs. 2 Gebührensatzung).

Kann ich in München anonym bestattet werden?

Ja, als Urnenbestattung. Das anonyme Urnengrab kostet einmalig 940 Euro. Eine Alternative mit Namen ist die Gemeinschaftsgrabanlage mit Stele. Mehr unter Was kostet eine anonyme Bestattung?.

Gilt das bayerische Recht auch für Friedhöfe im Umland?

Ja, Bestattungsgesetz und Bestattungsverordnung gelten in ganz Bayern, die Gebühren und Ruhezeiten legt aber jede Gemeinde selbst fest. Einzelheiten zum Landesrecht: Bestattungsgesetz Bayern. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Wie die Gebühren in einer anderen süddeutschen Großstadt aussehen, zeigt Bestatter in Stuttgart. Alle Städte finden Sie in der Übersicht Bestatter in Ihrer Stadt.

  1. Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München vom 27.05.2024 (MüABl. S. 453), gültig seit 01.07.2024
  2. Friedhofssatzung der Landeshauptstadt München vom 02.12.2021, gültig seit 21.12.2021
  3. Städtische Friedhöfe München, Krematorium und Abschluss eines Bestattungsvertrages, Landeshauptstadt München, abgerufen 17.10.2026
  4. Übernahme von Bestattungskosten, Sozialreferat, Amt für Soziale Sicherung, abgerufen 17.10.2026
  5. Sterbeurkunde, Standesamt München, abgerufen 17.10.2026
  6. Baumbestattung, Landeshauptstadt München, abgerufen 17.10.2026
  7. Bestattungsgesetz (BestG) Bayern und Bestattungsverordnung (BestV), BAYERN.RECHT, Fassung ab 01.04.2025
  8. Organigramm mit Landesverbänden (Stand 03/2026) und Markenzeichensatzung, Bundesverband Deutscher Bestatter
  9. Liste der Friedhöfe in München, Wikipedia, abgerufen 17.10.2026
  10. Kostenspannen je Anbieter (Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de) und Städtevergleich (Stand 2025, zitiert nach check24.de), Aeternitas e. V.

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