Eine Bestattungsvorsorge ist sinnvoll, wenn Sie Ihre Wünsche verbindlich regeln, Angehörige von meist 7.000 bis 8.000 Euro Bestattungskosten entlasten oder Geld vor einem Heimeinzug zweckgebunden sichern wollen (Aeternitas). Die Nachteile: Das Geld ist gebunden, oft ohne Zinsen, und Sie binden sich an ein Bestattungshaus. Entscheidend ist, dass das Geld bei einer Treuhand liegt.
Stand: Oktober 2026
Ob sich eine Bestattungsvorsorge lohnt, hängt weniger vom Alter ab als von Ihrer Lage. Diese Seite nennt die Vorteile und die Nachteile, die Anbieter selten betonen. Sie zeigt die häufigsten Fehler beim Abschluss und fasst zusammen, was Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest raten.
Für wen möchten Sie vorsorgen?
- Kostenlos und unverbindlich
- Bestattungshaus in Ihrer Nähe
- Daten nur an dieses Haus
Für wen ist eine Bestattungsvorsorge sinnvoll?
Lohnt sich, wenn …
- Sie genaue Wünsche haben und Angehörigen die Entscheidungen abnehmen wollen
- ein Umzug ins Pflegeheim oder Sozialhilfe absehbar ist
- Sie keine Angehörigen haben, die sich kümmern können
- Sie den Betrag angespart haben und nicht anderweitig brauchen
Lohnt sich eher nicht, wenn …
- Sie das Geld als Rücklage für das eigene Leben brauchen könnten
- Ihr Wohnort im Alter noch offen ist
- genug freies Geld im Nachlass liegt und Ihre Familie sich kümmern will
Wer nur seine Wünsche festhalten will, braucht keinen Vertrag. Dafür genügt eine Bestattungsverfügung. Ab welchem Alter Vorsorge üblich ist, beantwortet die Frage Ab wann vorsorgen?
Welche Vorteile hat eine Bestattungsvorsorge?
- Ihre Wünsche gelten. Bestattungsart, Ort und Feier sind mit einem Bestattungshaus vereinbart. Angehörige müssen in den ersten Tagen nicht raten.
- Die Familie zahlt nicht. Ohne Vorsorge tragen die Erben die Kosten der Beerdigung (§ 1968 BGB). Mit Vorsorge ist das Geld bereits reserviert.
- Schutz beim Sozialamt. Eine angemessene, zweckgebundene Vorsorge muss für Sozialhilfe in der Regel nicht aufgelöst werden (§ 90 Abs. 3 SGB XII, BSG, Urteil vom 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R). Ein gewöhnliches Sparbuch dagegen muss bei Bedürftigkeit aufgelöst werden, so Aeternitas.
- Schutz bei Insolvenz des Bestatters. Liegt das Geld bei einer Treuhand, gehört es nicht zum Vermögen des Bestattungshauses. Mehr dazu unter Ist das Geld bei Insolvenz sicher?
Welche Nachteile hat eine Bestattungsvorsorge?
Gebundenes Geld. Das Geld steht Ihnen nicht mehr frei zur Verfügung. Kündigen Sie den Vorsorgevertrag, darf das Bestattungshaus einen Teil der Vergütung behalten; das Gesetz vermutet 5 Prozent für den noch nicht erbrachten Teil (§ 648 BGB). Mit der Kündigung entfällt außerdem der Schutz beim Sozialamt. Einzelheiten unter Bestattungsvorsorge kündigen.
Bindung an ein Haus. Bei Treuhandmodellen treten Sie Ihren Anspruch meist an das Bestattungshaus ab. Nach den Bedingungen der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG geht das Geld an ein anderes Haus nur, wenn das Vertragshaus zustimmt. Wer später umzieht, muss das klären. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Bestattungsvorsorge und Umzug.
Preisänderungen. Friedhofsgebühren und andere Fremdkosten kann kein Bestatter festschreiben. Sie werden meist zum Preis am Todestag abgerechnet. Die Bestattungspreise stiegen 2025 um 3,1 Prozent und in fünf Jahren um mehr als 20 Prozent (Aeternitas). Aeternitas rät deshalb zu einem Puffer.
Keine Zinsen. Die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG sichert den eingezahlten Betrag, schuldet aber ausdrücklich keine Verzinsung. Andere Treuhänder haben eigene Bedingungen. Wie die Treuhand bei der Bestattungsvorsorge im Einzelnen funktioniert, erklärt ein eigener Ratgeber.
Bestattungsvorsorge Erfahrungen: Was geht beim Abschluss schief?
Erfahrungsberichte einzelner Kunden veröffentlichen wir nicht, weil wir sie nicht prüfen können. Belegt sind dagegen die Fehlerquellen, auf die Verbraucherschützer und Gerichte hinweisen.
- Geld direkt an den Bestatter zahlen Die Verbraucherzentrale warnt davor, das Geld auf das Konto des Bestatters zu zahlen, auch wenn er eine sichere Anlage zusagt. Bei einer Insolvenz werden Sie sonst nur Gläubiger. Das gilt für Barzahlung genauso.
- Keine Treuhand oder keine Bürgschaft Treuhandgesellschaften können selbst zahlungsunfähig werden. Die Stiftung Warentest rät deshalb zusätzlich zu einer Bankbürgschaft.
- Unklare Leistungsbeschreibung Das Europäische Verbraucherzentrum rät, auf einen klar beschriebenen Leistungsumfang und einen transparenten Kostenvoranschlag zu achten. Fehlen Einzelposten, lässt sich später kaum prüfen, was vereinbart war.
- Offene Preisklauseln Das Kammergericht Berlin hat einem Bestattungshaus auf Klage der Verbraucherzentrale Berlin eine Klausel untersagt, nach der stets die Preise am Todestag gelten sollten (Urteil vom 11.07.2024, 23 MK 7/23). Lesen Sie die Preisregel vor der Unterschrift.
- Teure Kündigungsregeln Manche Verträge verlangen bei vorzeitiger Kündigung bis zu 20 Prozent der Auftragssumme, berichtete die Stiftung Warentest 2018. Fragen Sie nach den Kosten einer Kündigung.
Was raten Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest?
Die Verbraucherzentrale rät zu einem Treuhandkonto oder einem Sparbuch mit Sperrvermerk auf Ihren Namen. Sie empfiehlt, Angebote mehrerer Bestattungsunternehmen am Ort einzuholen. Die Vereinbarung sollte schriftlich vorliegen und im Todesfall gut auffindbar sein.
Die Stiftung Warentest hat 2018 vier Treuhandgesellschaften geprüft, die zusammen 1,03 Milliarden Euro verwalteten. Bei drei war das Geld gut geschützt, alle Verträge enthielten aber Formulierungen, die Kunden benachteiligen. Im Januar 2025 hat sie acht Anbieter getestet; die Ergebnisse sind kostenpflichtig auf test.de abrufbar. Sterbegeldversicherungen hält sie für „nur sehr eingeschränkt zu empfehlen“.
Vorsorgevertrag, Sterbegeld oder Sparbuch?
Die Grafik zeigt die drei üblichen Wege der Vorsorge. Sie lassen sich kombinieren.
Vorsorgevertrag mit Treuhand
Leistungen und Preis mit einem Bestattungshaus vereinbart, das Geld auf einem Treuhandkonto reserviert.
- Zahlung
- einmalig oder in Raten
- Gesundheit
- keine Fragen, kein Höchstalter
- Sozialamt
- in angemessener Höhe in der Regel geschützt
Sterbegeldversicherung
Eine Versicherung zahlt im Todesfall eine feste Summe an die Hinterbliebenen.
- Zahlung
- monatlich, oft sehr lange
- Wartezeit
- in den ersten Jahren üblich
- Risiko
- Beiträge können die Summe übersteigen
Bestattungsverfügung
Sie halten schriftlich fest, wie Sie bestattet werden möchten und wer sich kümmert.
- Zahlung
- keine
- Bindung
- maßgeblich für die Totenfürsorge
- Kosten
- tragen später die Angehörigen
Ein normales Sparbuch ist flexibel, aber nicht zweckgebunden. Bei Bedürftigkeit muss es aufgelöst werden, und Ihre Wünsche regelt es nicht. Ein Sparbuch mit Sperrvermerk für ein Bestattungshaus ist ein Mittelweg: Es läuft auf Ihren Namen und ist trotzdem für die Bestattung gebunden. Den Vergleich der beiden Geldwege finden Sie unter Sterbegeldversicherung oder Vorsorgevertrag?
Wie verdienen wir an der Bestattungsvorsorge?
Wenn Sie über Abschiedswunsch eine Beratung anfragen, geht Ihre Anfrage an höchstens zwei Bestattungshäuser aus unserem Partnernetz. Diese Häuser bezahlen uns für jede Anfrage. Geld von Ihnen nehmen wir nie an. Wie Sie selbst Schritt für Schritt vorgehen, zeigt der Ratgeber Die eigene Beerdigung planen.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Bestattungsvorsorge, wenn ich genug Erspartes habe?
Finanziell ist sie dann nicht nötig, denn die Erben zahlen die Beerdigung aus dem Nachlass. Viele schließen trotzdem einen Vertrag, um ihren Angehörigen die Entscheidungen abzunehmen. Eine Bestattungsverfügung mit klaren Wünschen kann dafür reichen.
Wie prüfe ich eine bestehende Vorsorge?
Sehen Sie nach, wohin Sie gezahlt haben: an eine Treuhand, auf ein Sparbuch mit Sperrvermerk oder an das Bestattungshaus. Fragen Sie bei der Treuhand nach dem aktuellen Guthaben und einer Bürgschaft. Ging das Geld an den Bestatter, fragen Sie, ob es auf ein Treuhandkonto übertragen werden kann.
Kann ich eine Vorsorge abschließen, wenn ich schon im Pflegeheim lebe?
Das ist möglich. Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts von 2008 ist ein Vertrag kurz vor oder während des Sozialhilfebezugs nicht automatisch schädlich. Er muss aber angemessen sein. Mehr dazu im Ratgeber Bestattungsvorsorge und Sozialamt.
- Bestattungskosten, Aeternitas e. V. (Stand 06/2026), zitiert nach allianz.de, abgerufen 18.10.2026
- Preisanstieg bei Bestattungen hat sich abgeschwächt, Pressemitteilung Aeternitas e. V., 22.01.2026
- Ratgeber Vorsorge kompakt, Aeternitas e. V., Stand Dezember 2022 (Puffer, Sparbuch bei Bedürftigkeit)
- Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht (Abschnitt Bestattungsvorsorgevertrag), Verbraucherzentrale, Stand 12.08.2026
- Bestattung: Den eigenen Abschied planen, Pressemitteilung Stiftung Warentest, 16.01.2018
- Bestattungsvorsorge, Stiftung Warentest, 15.01.2025
- Sterbegeldversicherung, Stiftung Warentest, abgerufen 18.10.2026
- Tipps für die eigene Beerdigung, dpa, veröffentlicht in der Volksstimme, 14.03.2018 (Stiftung Warentest zu Bankbürgschaft und Kündigungskosten)
- Bestattung im EU-Ausland: Gut informiert vorsorgen, Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, Stand 14.10.2026
- Kammergericht Berlin, Urteil vom 11.07.2024, 23 MK 7/23, Abschrift auf sammelklagen.de
- Vertragsbedingungen Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag, Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG, Ziffern 4 und 7, Fassung 2021, abgerufen Oktober 2026
- § 648 BGB, § 1968 BGB, § 90 SGB XII, gesetze-im-internet.de
- Bundessozialgericht, Urteil vom 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R, lexetius.com
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Die Nennung der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG dient als Beispiel und ist keine Empfehlung.