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Vorsorge

Bestattungsvorsorge für Ehepaare

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Ehepaare können ihre Bestattung gemeinsam vorsorgen: mit einem Partnergrab, abgestimmten Wünschen und einem Treuhandvertrag für beide oder zwei getrennten Verträgen. Wichtig ist, was nach dem ersten Todesfall mit dem Geld und dem Grab geschieht. Bei der Treuhand des Bundesverbands Deutscher Bestatter bleibt der Rest für die zweite Bestattung reserviert.

Stand: Oktober 2026

Wer Jahrzehnte zusammengelebt hat, möchte oft auch zusammen bestattet werden. Die Vorsorge als Paar hat aber ihre eigenen Fragen: Wer entscheidet, wenn einer stirbt? Reicht das Grab für beide? Und was gilt beim Sozialamt, wenn einer ins Pflegeheim muss? Diese Seite beantwortet sie der Reihe nach.

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Welche Gräber gibt es für Paare?

Für Paare gibt es auf den meisten Friedhöfen eigene Grabarten. Welche es gibt und was sie kosten, regelt die Friedhofssatzung der Gemeinde.

GrabartFür wenWas zu beachten ist
Doppelgrab (Sargwahlgrab mit zwei Stellen)zwei Erdbestattungen nebeneinanderNutzungsrecht wird für beide Stellen erworben
Tiefengrabzwei Särge übereinandernicht auf jedem Friedhof möglich
Urnenwahlgrabzwei oder mehr Urnengünstiger, wenig Pflegeaufwand
Partnerbaumzwei Urnen an einem Baum im Bestattungswaldkeine Grabpflege, Gestaltung eingeschränkt

Wie stark die Friedhofsgebühren je nach Stadt schwanken, zeigt das Beispiel Sargwahlgrab: rund 1.000 Euro in Berlin, rund 4.600 Euro in München (Aeternitas 2025).

Dieselbe Grabart, zwei Städte4,6×
Berlin
≈ 1.000 €
München
≈ 4.600 €
Friedhofsgebühren für ein Sargwahlgrab, gerundet. Quelle: Aeternitas 2025, zitiert nach check24.de. Mehr Städte im Friedhofsgebühren-Atlas.

Was passiert mit dem Grab nach dem ersten Todesfall?

Beim ersten Todesfall erwerben Sie meist das Nutzungsrecht für die gesamte Grabstätte, also auch für den späteren Platz des Partners. Stirbt der zweite Partner, beginnt für ihn eine neue Ruhezeit. Das Nutzungsrecht muss dann in der Regel bis zum Ende dieser Ruhezeit reichen. In Hamburg etwa ist es bei jeder Beisetzung bis zum Ablauf der neuen Ruhezeit zu verlängern (§ 30 Abs. 1 BestattG Hamburg). Die Verlängerung kann zusätzliche Gebühren kosten, die Höhe steht in der Gebührensatzung des Friedhofs. Planen Sie diesen Betrag in die Vorsorge ein. Mehr unter Grabnutzungsrecht.

Ein Vertrag für beide oder zwei getrennte?

Ein gemeinsamer Treuhandvertrag

Bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG kann ein Vertrag mehrere Vorsorgeempfänger haben. Stirbt der erste Partner, wird der Betrag ausgezahlt, den seine Bestattung laut Vorsorgevertrag kostet. Der Rest bleibt für die zweite Bestattung bei der Treuhand (Vertragsbedingungen, Ziffer 7).

Zwei getrennte Verträge

Jeder Partner hat seinen eigenen Vorsorgevertrag und sein eigenes Treuhandguthaben. Das ist übersichtlicher, wenn die Wünsche unterschiedlich sind, und erleichtert beim Sozialamt den Nachweis, dass jede Vorsorge für sich angemessen ist.

Welche Lösung besser passt, hängt von Ihrer Lage ab. Lassen Sie sich im Vorsorgegespräch beide Varianten zeigen. Wie ein guter Vertrag aufgebaut ist, lesen Sie unter Bestattungsvorsorgevertrag.

Wer entscheidet, wenn der erste Partner stirbt?

Meist der überlebende Ehepartner. Er steht in den Landesgesetzen bei der Bestattungspflicht an erster Stelle, etwa nach § 8 Abs. 1 BestG NRW. Bei der Totenfürsorge zählt aber zuerst der Wille des Verstorbenen (BGH, XII ZR 58/91). Wer möchte, dass auch die Kinder mitentscheiden oder eine andere Person übernimmt, schreibt das in eine Bestattungsverfügung. Jeder Partner sollte eine eigene Verfügung haben, mit einer Ersatzperson für den Fall, dass beide kurz nacheinander sterben.

Was gilt beim Sozialamt für Ehepaare?

Muss ein Partner ins Pflegeheim und reicht das Geld nicht, prüft das Sozialamt das Vermögen beider Ehegatten. Geschützt ist ein Barbetrag von 10.000 Euro je Person (Verordnung zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII). Eine angemessene Bestattungsvorsorge ist darüber hinaus in der Regel geschützt (§ 90 Abs. 3 SGB XII; BSG, 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R). Das gilt für die Vorsorge jedes Partners. Entscheidend ist, dass sie angemessen ist und klar der Bestattung dient. Einzelheiten unter Bestattungsvorsorge und Sozialamt.

Was, wenn beide kurz nacheinander sterben?

Das ist selten, aber nicht ausgeschlossen, etwa nach einem Unfall. Dann fehlt der Partner, der sonst entscheiden würde. Für diesen Fall braucht jede Bestattungsverfügung eine Ersatzperson, etwa ein Kind oder eine Freundin. Im Vorsorgevertrag sollte stehen, dass beide Bestattungen auch zeitgleich so ausgeführt werden wie vereinbart. Bei einem gemeinsamen Treuhandvertrag ist geregelt, dass zuerst der Betrag für die erste Bestattung ausgezahlt wird und der Rest für die zweite bleibt.

Checkliste für Paare

  1. Wünsche abgleichen Gemeinsames Grab oder getrennt? Erd- oder Feuerbestattung? Paare sind sich darin nicht immer einig.
  2. Friedhof und Grabart klären Ist ein Partnergrab an Ihrem Wunschort möglich? Was kostet die Verlängerung?
  3. Je eine Bestattungsverfügung mit Vertrauensperson und Ersatz.
  4. Vorsorgevertrag und Treuhand gemeinsam oder getrennt, mit Regelung für das Restguthaben.
  5. Vorsorgevollmachten gegenseitig und für den Fall, dass beide ausfallen.

Häufige Fragen

Können unverheiratete Paare gemeinsam vorsorgen?

Ja. Ein Partnergrab und ein gemeinsamer Vorsorgevertrag sind auch ohne Trauschein möglich. Wichtig ist eine Bestattungsverfügung: Ohne sie haben Lebensgefährten bei der Totenfürsorge keinen Vorrang vor Kindern oder Geschwistern.

Was passiert mit dem Restguthaben, wenn beide bestattet sind?

Das regelt der Vertrag. Ein Überschuss geht je nach Vertrag an die Erben oder wird für zusätzliche Leistungen bei der Bestattung verwendet. Lassen Sie sich die Regelung schriftlich zeigen.

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung für beide?

Für Paare gilt dieselbe Rechnung wie für Einzelne: Wer die Beitragszeit erlebt, zahlt oft mehr ein, als ausgezahlt wird (Stiftung Warentest). Mehr unter Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Zur Übersicht: Bestattungsvorsorge.

  1. Vertragsbedingungen Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag, Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG, abgerufen Oktober 2026
  2. Sargwahlgrab Berlin rund 1.000 Euro, München rund 4.600 Euro: Aeternitas 2025, zitiert nach check24 (siehe Leitfaden)
  3. § 8 Bestattungsgesetz NRW, lexmea.de
  4. Bundesgerichtshof, Urteil vom 26.02.1992, XII ZR 58/91
  5. § 1358 BGB, gesetze-im-internet.de
  6. § 90 SGB XII und § 1 Verordnung zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII, gesetze-im-internet.de; Bundessozialgericht, 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R
  7. Sterbegeldversicherung, Stiftung Warentest, Finanztest 2/2024
  8. Hamburgisches Bestattungsgesetz, §§ 23, 30, Lesefassung Aeternitas, Stand 01.02.2024

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