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Bestatter in Wiesbaden

Bestatter in Wiesbaden: Kosten im Vergleich mit Mainz und Frankfurt

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Ein Bestatter in Wiesbaden rechnet für Urnenreihengrab und Beisetzung auf den städtischen Friedhöfen 1.109 Euro an Gebühren ab, für ein Erdreihengrab mit Bestattung 2.288 Euro. Damit liegt Wiesbaden bei der Urne knapp über Mainz (1.028 Euro) und deutlich unter Frankfurt (1.525 Euro). Bei der Erdbestattung ist Wiesbaden von den drei Städten am günstigsten.

Stand: Oktober 2026

Wiesbaden, Mainz und Frankfurt liegen so nah beieinander, dass viele Familien Grabstätten in mehr als einer dieser Städte haben. Die Gebühren unterscheiden sich, aber noch mehr unterscheidet sich das Recht: Zwischen Wiesbaden und Mainz verläuft mit dem Rhein die Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Diese Seite vergleicht die drei Städte Posten für Posten und zeigt, wann ein Friedhof jenseits der Stadtgrenze sinnvoll ist und wann nicht.

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Was kostet eine Bestattung in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt?

Alle drei Städte berechnen das Grab als Pauschale für die gesamte Laufzeit und die Beisetzung extra. Grundlage sind in Wiesbaden die Friedhofsgebührenordnung mit dem Gebührenverzeichnis vom 27.01.2022, in Mainz die Gebührensatzung vom 22.06.2026 und in Frankfurt die Gebührenordnung, gültig seit 01.01.2025.

Grab und BeisetzungWiesbadenMainzFrankfurt
Urnenreihengrab844 € + 265 € = 1.109 € (20 J.)712 € + 316 € = 1.028 € (20 J.)479 € + 1.046 € = 1.525 € (20 J.)
Urnenwahlgrab1.692 € + 265 € = 1.957 € (20 J.)1.736 € + 316 € = 2.052 € (30 J., 2 Urnen)1.798 € + 1.046 € = 2.844 € (25 J.)
Erdreihengrab1.179 € + 1.109 € = 2.288 € (30 J.)1.172 € + 1.335 € = 2.507 € (20 J.)1.182 € + 1.659 € = 2.841 € (20 J.)
Erdwahlgrab, eine Stelle3.383 € + 1.109 € = 4.492 € (30 J.)2.827 € + 1.887 € = 4.714 € (30 J., 2 Beisetzungen)1.855 € + 1.659 € = 3.514 € (25 J.)
Trauerhalle, Grundzeit219 € (30 Min.)285 €280 € (30 Min., Kategorie A)

Quellen: Friedhofsgebührenordnung Wiesbaden, Nr. 1.1.6, 1.2.10, 1.1.1, 1.2.1, 2.1.1, 2.2.1, 2.3.1, 3.1.1; Gebührensatzung Mainz vom 22.06.2026; Gebührenordnung Frankfurt am Main, gültig ab 01.01.2025. Erdbestattung in Wiesbaden = Erdbeisetzung 435 € plus Öffnen und Schließen des Grabes 674 €. Summen eigene Rechnung.

Friedhofsgebühren für die beiden häufigsten Reihengräber in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt am Main. Eigene Berechnung aus den Gebührenordnungen, Stand Oktober 2026.

Beim Vergleich zählt die Laufzeit. Ein Wiesbadener Erdreihengrab läuft 30 Jahre, in Mainz und Frankfurt 20. Je Jahr gerechnet ist der Wiesbadener Abstand bei der Erdbestattung also noch größer. Beim Wahlgrab ist es umgekehrt: Frankfurt verlangt am wenigsten, aber für nur 25 Jahre, und Mainz erlaubt im selben Grab zwei Beisetzungen. Wie die drei Städte bundesweit liegen, zeigt der Friedhofsgebühren-Atlas; was hinter den Posten steckt, erklärt Was kosten Friedhofsgebühren?.

Zu den Gebühren kommen Bestatter, Einäscherung, Grabstein und Pflege. Die Verbraucherinitiative Aeternitas nennt bundesweit für den Bestatter 1.000 bis 7.000 Euro und für den Steinmetz 250 bis 12.000 Euro (Stand 06/2026). Ihre persönliche Summe schätzt der Bestattungskosten-Rechner.

Was ändert sich, wenn die Grenze am Rhein verläuft?

Für die Bestattung gilt das Recht des Landes, in dem sie stattfindet. Für die neuen Bestattungsformen in Rheinland-Pfalz zählt zusätzlich der letzte Hauptwohnsitz. Das führt zu Unterschieden, die viele erst im Trauerfall bemerken.

RegelWiesbaden (Hessen)Mainz (Rheinland-Pfalz)
Frist bis zur Bestattung48 Stunden bis 10 Tage (§ 16 Abs. 1 FBG)48 Stunden bis 14 Tage (§ 23 Abs. 1 BestG)
Beisetzung der Urnebinnen 9 Wochenbinnen 6 Monaten
Urne zu Hauseverboten, das Behältnis darf nicht an Angehörige gehen (§ 20 Abs. 3 FBG)erlaubt mit Totenfürsorgeverfügung und Hauptwohnsitz im Land (§ 11 Abs. 8 BestG)
Asche verstreuen, Flussbestattungnicht vorgesehenerlaubt unter denselben Bedingungen
Bestattung ohne Sargaus religiösen Gründen (§ 18 Abs. 2 FBG); in Wiesbaden seit 2014 auf allen Friedhöfen möglichim Tuch, ohne religiösen Grund mit schriftlicher Verfügung (§ 12 BestG)

Daraus folgen drei Regeln für die Planung. Wer in Wiesbaden wohnt, kann die Mainzer Formen nicht nutzen, auch nicht über einen Mainzer Friedhof. Eine Urne aus Mainz darf nach Auskunft des Mainzer Gesundheitsministeriums nur an eine Person in einem anderen Bundesland gehen, wenn das dortige Recht die Aufbewahrung zulässt; Hessen tut das nicht. Und Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg gehören trotz ihres Namens zu Wiesbaden: Hier gilt hessisches Recht, hier gelten die Wiesbadener Gebühren, und die Sterbefälle beurkundet das Standesamt Wiesbaden. Mehr zum Nachbarland lesen Sie unter Bestatter in Mainz und Darf man die Urne zu Hause aufbewahren?.

Wann lohnt sich ein Friedhof außerhalb von Wiesbaden?

Ein Recht auf Bestattung in Wiesbaden haben Einwohner, Menschen, die in der Stadt gestorben sind, frühere Einwohner, die zuletzt in einem auswärtigen Pflegeheim lebten, und Inhaber eines Grabnutzungsrechts (§ 2 Friedhofssatzung Wiesbaden). Mainz bestattet seine Einwohner; andere Personen nur mit Zustimmung des Wirtschaftsbetriebs (§ 2 Friedhofssatzung Mainz). Ein Grab in der Nachbarstadt ist also keine Selbstverständlichkeit.

  • Es lohnt sich, wenn dort schon ein Familiengrab mit laufendem Nutzungsrecht besteht. Dann zählt nicht die Gebührentabelle, sondern der gemeinsame Ort.
  • Es lohnt sich eher nicht, um Gebühren zu sparen. Der Abstand beim Urnenreihengrab beträgt zu Mainz 81 Euro. Eine längere Überführung zwischen den Städten, die der Bestatter berechnet, kann diesen Vorteil schnell aufzehren.
  • Wiesbaden hat ein eigenes Argument: Im städtischen Bestattungswald TERRA LEVIS gilt das Nutzungsrecht an einem Baumgrab 99 Jahre. Ein Platz am Gemeinschaftsbaum kostet 1.088 Euro (Nr. 1.2.19), die Urnenbeisetzung 265 Euro. Eine vergleichbar lange Laufzeit bietet keine der beiden Nachbarstädte.

Werden die Friedhofsgebühren in Wiesbaden steigen?

Möglicherweise. Die geltenden Gebühren stammen aus dem Jahr 2022. 2025 hat die Verwaltung eine neue Kalkulation vorgelegt (Sitzungsvorlage 25-V-67-0004). Sie sieht Erhöhungen von bis zu 36 Prozent vor: das Urnenreihengrab für 1.148 statt 844 Euro, die Urnenbeisetzung für 335 statt 265 Euro, das Erdwahlgrab für 4.191 statt 3.383 Euro. Ein Beschluss war bis Oktober 2026 nicht zu finden. Im September 2026 hat die Stadt außerdem einen Entwicklungsplan für ihre 21 Friedhöfe vorgestellt; Gebührenänderungen sollen danach in eigenen Beschlüssen folgen.

Die Kalkulation zeigt auch, wie Wiesbaden bestattet: 2022 zählte die Stadt 1.716 Urnenbeisetzungen und 508 Erdbeisetzungen. Wer heute vorsorgt, kann ein Wahlgrab schon zu Lebzeiten erwerben; die Friedhofsverwaltung hat dafür ein eigenes Antragsformular. Ohne Bestattungsfall berechnet sie laut Gebührenverzeichnis die Jahresgebühren der Verlängerung (Nr. 1.3.25), für ein Urnenwahlgrab 84 Euro je Jahr. Was ein Bestattungsvorsorgevertrag darüber hinaus regelt, lesen Sie dort.

Friedhöfe und Ämter in Wiesbaden

  • Südfriedhof am Siegfriedring: 1908 bis 1909 angelegt, rund 33 Hektar. Sein Krematorium ging 1912 als erste Feuerbestattungsanlage Preußens in Betrieb und arbeitete bis 1997. Hier liegt Manfred von Richthofen. Muslimische Grabfelder, nach Mekka ausgerichtet, bietet die Stadt auf dem Südfriedhof nach eigenen Angaben seit 1987 an.
  • Nordfriedhof an der Platter Straße: 1877 eingeweiht, über 87.000 Menschen sind hier bestattet, darunter Bundestrainer Helmut Schön. Der Friedhof steht vollständig unter Denkmalschutz; auf seinem Gelände liegt auch der jüdische Friedhof, auf dem heute noch bestattet wird.
  • TERRA LEVIS im Frauensteiner Stadtwald: seit 2013, 25 Hektar, nur biologisch abbaubare Urnen, Grabpflege übernimmt der Wald.
  • Friedhof Kastel: an der Boelckestraße, besteht laut Stadt seit 1803, etwa zur Hälfte denkmalgeschützt.
  • Friedhofsverwaltung: Grünflächenamt, Gustav-Stresemann-Ring 15. Sie vergibt Gräber auf allen 21 städtischen Friedhöfen und berät zum Graberwerb zu Lebzeiten.
  • Standesamt: Das zentrale Standesamt sitzt im Alten Rathaus am Schloßplatz; dazu kommen acht Stadtteil-Standesämter, unter anderem in Mainz-Kastel. Anzuzeigen ist der Tod spätestens am dritten Werktag (§ 28 PStG).
  • Sozialbestattung: Anträge nach § 74 SGB XII bearbeitet das Sozialleistungs- und Jobcenter in der Konradinerallee 11; zuständig ist der Sterbeort. Die Stadt empfiehlt, den Bestatter schon bei der Auftragsvergabe darauf hinzuweisen. Mehr unter Sozialbestattung.

Wie finden Sie einen guten Bestatter in Wiesbaden?

Die städtischen Gebühren sind für jedes Haus gleich. Unterschiede entstehen bei Sarg, Urne, Überführung, Versorgung und Trauerfeier. Für die Region gilt zusätzlich: Ein guter Bestatter weiß, welches Landesrecht greift, wenn Wohnort, Sterbeort und Friedhof auf verschiedenen Seiten des Rheins liegen.

  • Verband: Der Bestatterverband Hessen gehört zum Bundesverband Deutscher Bestatter, dessen Markenzeichen eine geprüfte Qualität voraussetzt.
  • Schriftlicher Kostenvoranschlag: mit allen Friedhofsgebühren einzeln, bei der Erdbestattung also mit beiden Posten aus Nr. 2.1 und 2.2.
  • Hausbesuch für das Vorsorgegespräch und klare Auskunft, wie Vorauszahlungen per Treuhand gesichert sind.

Die vollständige Prüfliste steht unter Einen guten Bestatter finden. Über Abschiedswunsch geht Ihre Anfrage an ein Bestattungshaus aus unserem Partnernetz. Bei Vertragsfragen berät die Verbraucherzentrale Hessen.

Häufige Fragen zum Bestatter in Wiesbaden

Was kostet ein Bestatter in Wiesbaden insgesamt?

Die Friedhofsgebühren beginnen bei 1.109 Euro für Urnenreihengrab und Beisetzung. Mit Bestatter, Einäscherung, Grabmal und Grabanlage nennt Aeternitas bundesweit typische Gesamtkosten von 7.000 bis 8.000 Euro, ohne Grabpflege (Stand 06/2026).

Kann ich mich als Wiesbadener in Mainz bestatten lassen?

Nur mit Zustimmung des Mainzer Wirtschaftsbetriebs oder wenn dort ein Nutzungsrecht an einem Wahlgrab besteht. Die Mainzer Formen wie Urne zu Hause oder Flussbestattung stehen Ihnen auch dann nicht offen, weil Ihr Hauptwohnsitz in Hessen liegt.

Wie schnell muss in Wiesbaden beerdigt werden?

Frühestens 48 Stunden und spätestens 10 Tage nach dem Tod; die Urne wird binnen neun Wochen nach der Einäscherung beigesetzt (§ 16 Abs. 1 FBG). Den Ablauf erklärt Wie lange dauert es bis zur Beerdigung?.

Wo kann man in Wiesbaden anonym bestattet werden?

Die Stadt bietet anonyme Urnenreihengräber für 20 Jahre an, die Gebühr von 1.108 Euro schließt die gärtnerische Pflege ein (Nr. 1.1.7). Mehr unter Was kostet eine anonyme Bestattung?.

Weitere Städte finden Sie in der Übersicht Bestatter in Ihrer Stadt, zum Beispiel Bestattung in Frankfurt.

  1. Friedhofsgebührenordnung der Landeshauptstadt Wiesbaden vom 14.11.1996, Gebührenverzeichnis in der Fassung der Satzung vom 27.01.2022; als geltende Fassung verlinkt auf friedhoefe-wiesbaden.de, abgerufen 17.10.2026
  2. Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Wiesbaden, Stand Ergänzungslieferung 2019, §§ 1, 2, 9, 13
  3. Sitzungsvorlage 25-V-67-0004, Anlage 1 Gebührenkalkulation und Anlage 2 Satzungsentwurf, Landeshauptstadt Wiesbaden, 2025
  4. Friedhofsentwicklungsplanung für die 21 Wiesbadener Friedhöfe, Grünflächenamt, 21.09.2026, und Landeshauptstadt Wiesbaden stellt Entwicklungsplan für Friedhöfe vor, Rhein Main Verlag, 30.09.2026
  5. Friedhofsseiten Südfriedhof, Nordfriedhof, TERRA LEVIS, Friedhof Kastel, Muslimische Bestattung und Ratgeber (FAQ), Grünflächenamt Wiesbaden, abgerufen 17.10.2026
  6. Bestattungskosten übernehmen, Landeshauptstadt Wiesbaden, abgerufen 17.10.2026
  7. Gebührensatzung und Friedhofssatzung der Stadt Mainz vom 22.06.2026; Sterbeurkunde beantragen, Landeshauptstadt Mainz
  8. Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung der Stadt Frankfurt am Main, gültig ab 01.01.2025
  9. Friedhofs- und Bestattungsgesetz Hessen (FBG), Stand 01.05.2026, und Bestattungsgesetz Rheinland-Pfalz vom 22.09.2025; FAQs zum Bestattungsgesetz, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, Mai 2026
  10. Organigramm des Bundesverbands Deutscher Bestatter, März 2026
  11. Kostenspannen und typische Gesamtkosten nach Aeternitas e. V., Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026)

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