Wer in Frankfurt einen Bestatter beauftragt, zahlt der Stadt für eine Urnenbeisetzung 1.046 Euro. Im Friedhofsgebühren-Atlas mit 28 Städten liegt nur Saarbrücken darüber. Das Grab selbst ist günstig: Ein Urnenreihengrab kostet 479 Euro für 20 Jahre, zusammen also 1.525 Euro. Grundlage ist die Gebührenordnung der Stadt, gültig seit 01.01.2025.
Stand: Oktober 2026
Frankfurt fällt im Städtevergleich doppelt auf: Kaum eine Großstadt verlangt so wenig für ein einfaches Urnengrab, kaum eine so viel für die Beisetzung. Für Angehörige heißt das, dass der Grabpreis allein in die Irre führt. Diese Seite ordnet die Frankfurter Gebühren mit Zahlen aus 28 Städten ein, zeigt, wo Sie sparen können, und nennt die zuständigen Ämter.
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Wo steht Frankfurt im Friedhofsgebühren-Atlas?
Für den Friedhofsgebühren-Atlas werten wir die Gebührensatzungen der städtischen Friedhöfe aus, Stand 17.10.2026 für 28 Städte. Frankfurts Platzierung hängt stark davon ab, welche Gebühr man betrachtet:
| Gebühr | Frankfurt | Rang (1 = teuerste) |
|---|---|---|
| Urnenbeisetzung | 1.046 € | 2 von 28, nur Saarbrücken höher |
| Erdbestattung (Sarg) | 1.659 € | 3 von 28 |
| Urnenwahlgrab plus Beisetzung | 2.844 € | 1 von 27 |
| Sargwahlgrab plus Bestattung | 3.514 € | 7 von 27 |
| Urnenreihengrab plus Beisetzung | 1.525 € | 6 von 25 |
| Urnenreihengrab allein | 479 € | 23 von 25 |
Eigene Auswertung, Abschiedswunsch Friedhofsgebühren-Atlas 2026, Stand 17.10.2026. Nicht jede Stadt hat jede Grabart, daher unterschiedliche Grundgesamtheiten. Beim Urnenreihengrab allein sind nur zwei Städte günstiger: Schwerin (474 Euro) und Saarbrücken (390 Euro für 15 Jahre). Pflichtgebühren für die Friedhofsunterhaltung, etwa in Leipzig, sind eingerechnet. Kommen weitere Städte hinzu, können sich die Ränge verschieben.
Der Abstand ist groß: Für dieselbe Leistung verlangt Frankfurt mehr als elfmal so viel wie Berlin und rund viermal so viel wie Wiesbaden. Saarbrücken liegt nur deshalb vorn, weil die Stadt fast alle Kosten in die Bestattungsgebühr legt; ein Urnenreihengrab kostet dort lediglich 390 Euro.
Warum ist die Beisetzung in Frankfurt so teuer?
Die Frankfurter Gebühr ist ein Paket. Laut Gebührenordnung umfasst sie unter anderem das Öffnen und Schließen des Grabes, die Überführung der Urne innerhalb des Stadtgebiets und ihre Aufbewahrung, bei der Erdbestattung auch das Totenhaus am Bestattungstag. Andere Städte berechnen solche Posten einzeln oder lassen sie vom Bestatter erledigen. Ein Teil des Abstands ist also eine Frage der Abgrenzung, nicht nur des Preises.
Dazu kommt die Laufzeit. Frankfurter Wahlgräber laufen 25 Jahre, in München sind es 10. Rechnet man die Gebühr für ein Urnenwahlgrab (1.798 Euro) auf die Jahre um, sind es in Frankfurt knapp 72 Euro je Jahr. Wer Städte vergleicht, sollte deshalb immer Grab, Beisetzung und Laufzeit zusammen betrachten.
Ist das ganze Rhein-Main-Gebiet so teuer?
Nicht bei jeder Grabart. Für ein Urnenwahlgrab mit Beisetzung zahlen Sie in Frankfurt 2.844 Euro, in Mainz 2.052 Euro und in Wiesbaden 1.957 Euro. Beim Sargwahlgrab mit Erdbestattung dreht sich das Bild: Mainz verlangt 4.714 Euro und Wiesbaden 4.492 Euro, jeweils für 30 Jahre; Frankfurt liegt mit 3.514 Euro für 25 Jahre darunter. Für eine Urnenbestattung ist Frankfurt in der Region also die teuerste Stadt, für eine Erdbestattung nicht.
Was kostet ein Bestatter in Frankfurt insgesamt?
Die Gebühren der Stadt gelten einheitlich auf allen 37 kommunalen Friedhöfen, ohne Friedhofsklassen oder Lagezuschläge. Reihengräber laufen 20 Jahre, Wahlgräber 25 Jahre; die Gebühr ist eine Pauschale für die ganze Zeit.
| Leistung | Gebühr | Tarifstelle |
|---|---|---|
| Urnenreihengrab in der Erde, 20 Jahre | 479 € | 5.2.2.1 |
| Rasenurnenreihengrab, 20 Jahre | 985 € | 5.2.2.2 |
| Urnenwahlgrab in der Erde, 25 Jahre | 1.798 € | 5.1.2.1 |
| Erdreihengrab, 20 Jahre | 1.182 € | 5.2.1.1 |
| Einzelwahlgrab (Sarg), 25 Jahre | 1.855 € | 5.1.1.1 |
| Urnenbeisetzung in Reihen- oder Wahlgrab | 1.046 € | 2.2.1 |
| Erdbestattung ab 5 Jahren | 1.659 € | 2.1.1 |
| Trauerhalle Kategorie A, 30 Minuten | 280 € |
Quelle: Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung der Stadt Frankfurt am Main, Beschluss vom 12.12.2024, Amtsblatt Nr. 52 vom 24.12.2024, gültig ab 01.01.2025. Grabmalgenehmigung 101 Euro bis 50 Zentimeter Höhe, 135 Euro darüber.
Zu den Friedhofsgebühren kommen die Leistungen des Bestattungshauses, die Einäscherung, der Grabstein und die Pflege. Bundesweit nennt Aeternitas für den Bestatter 1.000 bis 7.000 Euro und für das Krematorium 250 bis 800 Euro (Stand 06/2026). Eingeäschert wird in einem Krematorium, das Ihr Bestatter auswählt; in der Nachbarstadt Offenbach betreiben die Stadtwerke auf dem Neuen Friedhof eine Anlage, die seit April 1997 in Betrieb ist. Ihre Gesamtsumme schätzt der Bestattungskosten-Rechner.
Wo können Sie bei einer Bestattung in Frankfurt sparen?
An der Beisetzungsgebühr kommen Sie bei einem städtischen Grab nicht vorbei. Spielraum gibt es bei der Grabart und bei den Leistungen des Bestatters:
- Urnenreihengrab statt Wahlgrab: 479 statt 1.798 Euro, wenn eine einzelne Person beigesetzt wird und 20 Jahre genügen. Mehr zur Form unter Was kostet eine Urnenbestattung?
- Trauerwald der Stadt: Auf den Waldfriedhöfen Oberrad und Goldstein gibt es knapp 250 Bäume mit je bis zu 12 Urnenplätzen. Ein Urnenwahlgrab im Trauerwald kostet 1.432 Euro einschließlich Namensschild; Pflege fällt nicht an, Grabschmuck ist nicht erlaubt.
- Kurze Trauerfeier: Die Trauerhalle wird nach Kategorie und Dauer berechnet. Eine Feier am Grab spart diesen Posten.
- Kostenvoranschläge vergleichen: Bei Sarg, Urne und Überführung unterscheiden sich Bestattungshäuser deutlich. Lassen Sie sich die Fremdkosten einzeln aufführen, damit die hohe Beisetzungsgebühr nicht in einer Pauschale verschwindet.
Wer zu Lebzeiten vorsorgt, legt Grabart und Budget selbst fest. Wie das abgesichert wird, erklärt Bestattungsvorsorgevertrag.
Welche Ämter sind in Frankfurt zuständig?
- Standesamt: Der Tod muss spätestens am dritten Werktag angezeigt werden (§ 28 PStG). Für die westlichen Stadtteile wie Höchst, Nied, Sossenheim oder Zeilsheim ist der Standesamtsbezirk Höchst in der Seilerbahn 2 zuständig, für die übrigen der Bezirk Mitte in der Bethmannstraße 3. Das Bestattungshaus meldet den Sterbefall in der Regel für Sie an.
- Friedhof: Die 37 kommunalen Friedhöfe gehören zum Grünflächenamt und verteilen sich auf fünf Friedhofsverwaltungen. Die zentrale Abteilung Friedhofsangelegenheiten sitzt in der Adam-Riese-Straße 25. Auf dem Hauptfriedhof gibt es werktags ein kostenloses Friedhofstaxi.
- Sozialamt: Reichen Nachlass und eigenes Geld nicht, kann das Sozialamt die erforderlichen Kosten übernehmen (§ 74 SGB XII). In Frankfurt berät der Besondere Dienst 4 des Jugend- und Sozialamts. Die Stadt empfiehlt, den Antrag vor der Bestattung zu stellen; für einzelne Posten gelten Höchstbeträge. Hintergrund: Sozialbestattung.
Was regelt das hessische Bestattungsgesetz?
- Fristen: Bestattung frühestens 48 Stunden nach dem Tod. Seit dem 7. Oktober 2025 gilt eine Höchstfrist von zehn Tagen statt bisher 96 Stunden; der Landtag hatte die Änderung Ende September 2025 beschlossen. Urnen sind innerhalb von neun Wochen nach der Einäscherung beizusetzen (§ 16 FBG).
- Urne: Das Behältnis darf nicht an Angehörige ausgehändigt werden; Ausnahmen kann nur das Regierungspräsidium Kassel zulassen (§ 20 Abs. 3 FBG). Der Friedhofszwang gilt weiter.
- Sternenkinder: Seit der Reform 2025 haben Eltern auch für Kinder unter 500 Gramm ein Recht auf eine eigene Bestattung.
- Sarg: Er ist der Regelfall. Aus religiösen Gründen kann der Gemeindevorstand eine Bestattung im Tuch erlauben (§ 18 Abs. 2 FBG); in Frankfurt geht der Antrag an das Grünflächenamt. Muslimische Grabfelder gibt es seit 1961, heute auf dem Hauptfriedhof, in Heiligenstock und in Höchst.
- Ruhezeit in Frankfurt: mindestens 20 Jahre; für Erdbestattungen in Bergen, Enkheim und Rödelheim 35 Jahre (§ 11 Friedhofsordnung).
Den Ländervergleich zeigt Bestattungsgesetze der Bundesländer im Vergleich. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Woran erkennen Sie einen guten Bestatter in Frankfurt?
Die Gebühren der Stadt zahlt jeder Kunde gleich. Unterschiede entstehen bei Beratung, Transparenz und den eigenen Leistungen des Hauses. Achten Sie auf einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit getrennten Fremdkosten, auf einen Hausbesuch, wenn Sie ihn wünschen, und bei Vorsorge auf ein Treuhandkonto statt Zahlung an das Haus (Treuhand erklärt). Viele Häuser sind im Bestatterverband Hessen organisiert. Das Markenzeichen des Bundesverbands Deutscher Bestatter setzt eine Zertifizierung voraus, die fünf Jahre gilt und unter anderem ein schriftliches, transparentes Angebot verlangt. Unabhängig berät die Verbraucherzentrale Hessen.
Über Abschiedswunsch geht Ihre Anfrage an ein Bestattungshaus aus unserem Partnernetz. Weitere Prüfpunkte: Einen guten Bestatter finden.
Urnenreihengrab passt, wenn …
- die Friedhofsgebühren möglichst niedrig bleiben sollen,
- eine einzelne Person beigesetzt wird,
- 20 Jahre Laufzeit genügen.
Trauerwald oder Wahlgrab passt eher, wenn …
- Sie keine Grabpflege wünschen (Trauerwald),
- der Partner später dazukommen soll,
- das Grab länger als 20 Jahre bestehen soll.
Häufige Fragen zum Bestatter in Frankfurt
Was kostet ein Bestatter in Frankfurt?
Für die eigenen Leistungen des Bestatters nennt Aeternitas bundesweit 1.000 bis 7.000 Euro. In Frankfurt kommen mindestens 1.525 Euro Friedhofsgebühren für ein Urnenreihengrab mit Beisetzung hinzu, beim Sargwahlgrab 3.514 Euro.
Gelten die Gebühren auf allen Frankfurter Friedhöfen?
Ja, auf allen 37 kommunalen Friedhöfen. Unterschiede gibt es bei der Ruhezeit für Erdbestattungen in Bergen, Enkheim und Rödelheim und bei der Kategorie der Trauerhalle. Jüdische Friedhöfe haben eigene Regeln.
Kann ich ein Grab in Frankfurt im Voraus erwerben?
Die Gebührenordnung sieht Vorauserwerb und Verlängerung von Wahlgräbern vor, berechnet je Jahr (Tarifstelle 5.3). Die Bedingungen nennt das Grünflächenamt.
Darf ich die Urne in Hessen mit nach Hause nehmen?
Nein. Das hessische Gesetz verbietet die Aushändigung an Angehörige (§ 20 Abs. 3 FBG). Anders ist es seit 2025 im Nachbarland Rheinland-Pfalz; mehr unter Darf man die Urne zu Hause aufbewahren?
Ist eine Bestattung in Wiesbaden oder Mainz günstiger?
Jede Stadt hat eigene Gebühren, und auswärtige Verstorbene brauchen oft eine Genehmigung des Friedhofsträgers. Die Werte der Nachbarstädte zeigen Bestatter in Wiesbaden und Bestatter in Mainz.
Mehr zum größten Friedhof der Stadt, mit Gräbern von Arthur Schopenhauer und Theodor W. Adorno, lesen Sie unter Hauptfriedhof Frankfurt. Alle Städte: Bestatter in Ihrer Stadt.
- Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung der Stadt Frankfurt am Main und Friedhofsordnung, Amtsblatt Nr. 52 vom 24.12.2024, gültig ab 01.01.2025
- Städtische Friedhöfe, Trauerwald und Grabstätten für verschiedene Religionen, Grünflächenamt Frankfurt am Main, abgerufen 17.10.2026
- Death registration, Standesamt Frankfurt am Main, abgerufen 17.10.2026
- Bestattungskosten (Sozialhilfe), Stadt Frankfurt am Main, abgerufen 17.10.2026
- Abschiedswunsch, Friedhofsgebühren-Atlas 2026, Auswertung der städtischen Gebührensatzungen, 28 Städte, Stand 17.10.2026
- Friedhofs- und Bestattungsgesetz Hessen (FBG), hessenrecht.hessen.de
- Reform des Bestattungsgesetzes: Landtag stärkt Rechte für Eltern von Sternenkindern, hessenschau, 30.09.2025
- Krematorium Neuer Friedhof, Stadtwerke Offenbach, abgerufen 17.10.2026
- Novellierung des Bestattungsgesetzes Rheinland-Pfalz, Bundesverband Deutscher Bestatter, 2025
- § 28 Personenstandsgesetz, gesetze-im-internet.de
- Organigramm des Bundesverbands Deutscher Bestatter, Stand 03/2026, und Markenzeichen der Bestatter
- Verbraucherzentrale Hessen
- Kostenspannen je Anbieter nach Aeternitas e. V., Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026)
- Drittes Gesetz zur Änderung des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes vom 1. Oktober 2025, GVBl. Hessen Nr. 64 vom 6. Oktober 2025, in Kraft am 7. Oktober 2025, abgerufen 17.10.2026