Eine Bestattungsvorsorge für die Eltern schließen die Eltern selbst ab, Sie als Kind können das Gespräch anstoßen und begleiten. Das lohnt sich doppelt: Kinder sind nach den Bestattungsgesetzen der Länder meist direkt nach dem Ehepartner bestattungspflichtig, auch wenn sie das Erbe ausschlagen. Mit Vorsorge sind Wünsche und Geld vorher geklärt.
Stand: Oktober 2026
Viele Kinder schieben das Thema auf, weil sie ihre Eltern nicht verletzen wollen. Oft warten die Eltern aber nur darauf, angesprochen zu werden. Diese Seite gibt Ihnen einen Gesprächsleitfaden, erklärt, wer später was bezahlen muss, und zeigt die Schritte bis zur fertigen Vorsorge.
Für wen möchten Sie vorsorgen?
- Kostenlos und unverbindlich
- Bestattungshaus in Ihrer Nähe
- Daten nur an dieses Haus
Warum Sie als Kind betroffen sind
Stirbt ein Elternteil, müssen meist zuerst der überlebende Ehepartner und dann die volljährigen Kinder für die Bestattung sorgen. So steht es etwa in § 8 Abs. 1 BestG NRW und § 16 Abs. 1 des Berliner Bestattungsgesetzes. Diese Pflicht gilt auch, wenn Sie das Erbe ausschlagen oder keinen Kontakt hatten (Stadt Münster, Ordnungsamt). Die Kosten tragen zuerst die Erben (§ 1968 BGB). Wird das Erbe ausgeschlagen, kann die Behörde die Kosten von den Bestattungspflichtigen verlangen, wenn das zumutbar ist (VGH München, 28.04.2023, 4 B 22.2078).
Eine Bestattung mit Grab, Grabmal und Grabanlage kostet laut Aeternitas typischerweise 7.000 bis 8.000 Euro, ohne Grabpflege (Stand Juni 2026). Wie viel es im Einzelfall wird, hängt stark von Bestattungsart und Ort ab. Mehr dazu unter Müssen Kinder die Beerdigung der Eltern bezahlen?
Gesprächsleitfaden: So sprechen Sie das Thema an
- Einen ruhigen Anlass wählen Gute Gelegenheiten sind ein Geburtstag, die Beerdigung eines Bekannten, eine Arztdiagnose oder das eigene Testament. Vermeiden Sie Feiertage mit der ganzen Familie und Momente der Erschöpfung.
- Mit sich selbst beginnen Zum Beispiel: „Ich habe gerade meine eigenen Unterlagen sortiert und gemerkt, wie wenig ich von euren Wünschen weiß.“ Das nimmt den Druck.
- Fragen statt vorschlagen „Habt ihr euch schon einmal überlegt, wie ihr bestattet werden möchtet?“ Lassen Sie Pausen zu. Die Antwort muss nicht am selben Tag kommen.
- Die Wünsche aufschreiben Bestattungsart, Ort, Feier, wer sich kümmern soll. Die Ausfüllhilfe für die Bestattungsverfügung führt durch alle Punkte.
- Geld ansprechen, ohne zu drängen „Wie sollen die Kosten einmal bezahlt werden?“ Erklären Sie, dass eine Vorsorge Sie als Kinder entlastet, nicht weil Sie das Geld wollen, sondern weil Sie in der Trauer nichts entscheiden möchten.
- Den nächsten Schritt vereinbaren Ein Termin mit einem Bestattungshaus, gern bei Ihren Eltern zu Hause und mit Ihnen dabei. Ein Vorsorgegespräch verpflichtet zu nichts.
Welche Form der Vorsorge passt zu Ihren Eltern?
Es gibt drei Wege, die sich auch kombinieren lassen. Die Bestattungsverfügung hält nur die Wünsche fest. Eine Sterbegeldversicherung sichert nur Geld ab, ist im Alter aber oft teuer: Wer die Beitragszeit erlebt, zahlt meist mehr ein, als ausgezahlt wird (Stiftung Warentest, Finanztest 2/2024). Ein Bestattungsvorsorgevertrag legt Wünsche und Preis mit einem Bestattungshaus fest, das Geld liegt auf einem Treuhandkonto.
Vorsorgevertrag mit Treuhand
Leistungen und Preis mit einem Bestattungshaus vereinbart, das Geld auf einem Treuhandkonto reserviert.
- Zahlung
- einmalig oder in Raten
- Gesundheit
- keine Fragen, kein Höchstalter
- Sozialamt
- in angemessener Höhe in der Regel geschützt
Sterbegeldversicherung
Eine Versicherung zahlt im Todesfall eine feste Summe an die Hinterbliebenen.
- Zahlung
- monatlich, oft sehr lange
- Wartezeit
- in den ersten Jahren üblich
- Risiko
- Beiträge können die Summe übersteigen
Bestattungsverfügung
Sie halten schriftlich fest, wie Sie bestattet werden möchten und wer sich kümmert.
- Zahlung
- keine
- Bindung
- maßgeblich für die Totenfürsorge
- Kosten
- tragen später die Angehörigen
Wichtig, wenn ein Pflegeheim absehbar ist
Reicht das Geld Ihrer Eltern später nicht für das Pflegeheim, springt das Sozialamt mit Hilfe zur Pflege ein. Vorher müssen sie eigenes Vermögen einsetzen, bis auf einen Schonbetrag von 10.000 Euro je Person (§ 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII mit Durchführungsverordnung). Eine angemessene Bestattungsvorsorge ist darüber hinaus in der Regel geschützt, weil ihre Auflösung eine Härte wäre (§ 90 Abs. 3 SGB XII; BSG, 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R).
Deshalb ist der Zeitpunkt wichtig: Eine Vorsorge, die kurz vor dem Antrag auf Sozialhilfe abgeschlossen wird, prüft das Sozialamt besonders genau. Wer früh und in angemessener Höhe vorsorgt, ist auf der sicheren Seite. Einzelheiten unter Bestattungsvorsorge vor dem Pflegeheim.
Dürfen Kinder die Vorsorge bezahlen?
Ja, Kinder können Geld beisteuern. Vertragspartner bleiben aber die Eltern, denn es geht um ihre Bestattung und ihre Wünsche. Wenn Sozialhilfe absehbar ist, klären Sie vorab mit dem Bestattungshaus oder einer Beratungsstelle, wie die Zahlung gestaltet wird. Ein Geldgeschenk an die Eltern wird sonst unter Umständen als deren Vermögen gezählt.
Häufige Fragen
Meine Eltern wollen nicht darüber reden. Was tun?
Lassen Sie das Thema ruhen und bieten Sie es später erneut an. Manchmal hilft ein Umweg: Bitten Sie Ihre Eltern, Ihnen beim eigenen Vorsorgeordner zu helfen. Oft kommt das Gespräch dann von selbst.
Können wir die Vorsorge für beide Eltern zusammen abschließen?
Ja. Viele Paare regeln ihre Bestattung gemeinsam, etwa mit einem Doppelgrab. Was dabei zu beachten ist, steht unter Bestattungsvorsorge für Ehepaare.
Ein Elternteil ist dement. Geht Vorsorge noch?
Wenn Ihr Elternteil nicht mehr geschäftsfähig ist, kann ein Bevollmächtigter mit passender Vorsorgevollmacht oder ein Betreuer handeln. Ob die Vollmacht das abdeckt, hängt von ihrem Wortlaut ab. Lassen Sie das im Zweifel prüfen.
Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Zur Übersicht: Bestattungsvorsorge.
- § 8 Bestattungsgesetz NRW, lexmea.de, abgerufen Oktober 2026
- Ordnungsbehördliche Bestattungen (§ 16 Bestattungsgesetz Berlin), Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, abgerufen Oktober 2026
- Bestattungen, Stadt Münster, Ordnungsamt, abgerufen Oktober 2026
- VGH München, Urteil vom 28.04.2023, 4 B 22.2078, gesetze-bayern.de
- § 90 SGB XII und § 1 Verordnung zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII, gesetze-im-internet.de
- § 94 SGB XII, gesetze-im-internet.de
- Bundessozialgericht, Urteil vom 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R
- Sterbegeldversicherung, Stiftung Warentest, Finanztest 2/2024
- Kostenspannen je Anbieter und typische Gesamtkosten nach Aeternitas, allianz.de, Stand der Erhebung 06/2026, Seite aktualisiert 19.08.2026