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Kosten · Recht

Wer zahlt die Beerdigung?

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Die Beerdigung bezahlen in erster Linie die Erben aus dem Nachlass, so regelt es § 1968 BGB. Schlagen alle Erben aus oder ist nichts zu holen, müssen in der Regel die nach Landesrecht Bestattungspflichtigen zahlen, meist Ehepartner und Kinder. Ist ihnen das finanziell nicht zuzumuten, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten nach § 74 SGB XII.

Stand: Oktober 2026

Nach einem Todesfall kommt die Frage nach dem Geld oft schneller, als Angehörigen lieb ist. Das Bestattungshaus möchte einen Auftrag, die Friedhofsverwaltung schickt einen Bescheid. Diese Seite erklärt die Rangfolge der Zahlungspflichten, die Unterschiede zwischen den Bundesländern und was Sie tun können, wenn das Geld nicht reicht. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.

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In welcher Reihenfolge muss wer zahlen?

1Die Erbenzahlen aus dem Nachlass (§ 1968 BGB)
reicht nicht oder ausgeschlagen
2Die Bestattungspflichtigenmeist Ehepartner, dann Kinder, nach Landesrecht
nicht zumutbar
3Das Sozialamtübernimmt die erforderlichen Kosten (§ 74 SGB XII)
Wer die Kosten einer Bestattung trägt, in dieser Reihenfolge.

Das Recht unterscheidet zwei Pflichten. Die Kostentragungspflicht beantwortet, wer am Ende bezahlt. Die Bestattungspflicht beantwortet, wer sich um die Bestattung kümmern muss. Beides fällt oft zusammen, aber nicht immer. Aeternitas beschreibt die Rangfolge so:

  1. Die Erben Nach § 1968 BGB trägt der Erbe die Kosten der Beerdigung. Das gilt mit und ohne Testament. Mehrere Erben tragen die Kosten gemeinschaftlich.
  2. Unterhaltspflichtige Zahlen die Erben nicht, etwa weil sie ausgeschlagen haben, können Ehegatten und Verwandte in gerader Linie aus dem Unterhaltsrecht verpflichtet sein, soweit bis zuletzt eine Unterhaltspflicht bestand (§ 1360a Abs. 3, § 1361 Abs. 4, § 1615 Abs. 2 BGB).
  3. Die Bestattungspflichtigen Gibt es niemanden davor, zahlen die nach dem Bestattungsgesetz des Landes Verpflichteten in der dort festgelegten Reihenfolge.
  4. Das Sozialamt Ist den Verpflichteten die Zahlung nicht zuzumuten, übernimmt der Sozialhilfeträger die erforderlichen Kosten nach § 74 SGB XII.

Wer ist bestattungspflichtig?

Das regelt jedes Bundesland selbst. In Nordrhein-Westfalen etwa nennt § 8 Abs. 1 BestG NRW diese Rangfolge: Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder. Andere Länder weichen ab. Laut Aeternitas sind nur in Bayern auch Neffen und Nichten bestattungspflichtig. Unverheiratete Lebensgefährten sind in manchen Ländern bestattungspflichtig, in Nordrhein-Westfalen nicht.

Wichtig: Die Bestattungspflicht knüpft an die Verwandtschaft an, nicht an das Verhältnis. Die Stadt Münster weist darauf hin, dass weder fehlender Kontakt noch eine Erbausschlagung von der öffentlich-rechtlichen Bestattungspflicht befreien. Einen Überblick über alle Länder gibt der Ratgeber Bestattungsgesetze der Länder, Einzelheiten zur Pflicht selbst die Seite Bestattungspflicht.

Was passiert, wenn sich niemand kümmert?

Dann veranlasst die Ordnungsbehörde der Gemeinde die Bestattung, in Nordrhein-Westfalen nach § 8 Abs. 1 BestG NRW die Gemeinde, in der der Tod eingetreten ist. Die Kosten fordert sie laut Stadt Münster zuzüglich Verwaltungsgebühren von den Bestattungspflichtigen zurück. Wer seine Pflicht verweigert, begeht dort eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 3.000 Euro Geldbuße geahndet werden kann.

Der Verzicht auf eigene Organisation spart also in der Regel kein Geld. Er nimmt der Familie nur die Möglichkeit, den Abschied selbst zu gestalten.

Wer zahlt die Rechnung des Bestattungshauses?

Gegenüber dem Bestattungshaus haftet zunächst, wer den Auftrag unterschreibt. Laut Aeternitas haften Erben, die die Bestattung selbst beauftragt haben, ihren Vertragspartnern auch dann, wenn das Erbe die Kosten nicht deckt. Wer als Angehöriger zahlt, ohne Erbe zu sein, kann die Kosten von den Erben zurückverlangen. Aeternitas nennt dafür das Beispiel von drei Geschwistern als Erben: Wer allein beauftragt, kann den Rest nach § 1968 BGB von den Miterben fordern.

Darf die Bestattung vom Konto der verstorbenen Person bezahlt werden?

Zugriff auf das Konto haben nach dem Tod nur die Erben mit Erbschein oder eröffnetem notariellen Testament sowie Bevollmächtigte mit einer Vollmacht über den Tod hinaus. Laut Aeternitas überweisen Banken die Bestattungskosten bei Vorlage der Rechnung häufig trotzdem direkt an Bestattungshaus oder Friedhof. Einen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Bei einem gemeinsamen Konto mit Einzelverfügung, etwa von Ehepaaren, bleibt der Zugriff erhalten.

Ihre LageWer zahlt in der Regel?
Es gibt Erben und genug NachlassDie Erben aus dem Nachlass
Erben vorhanden, Nachlass reicht nichtDie Erben, auch aus eigenem Vermögen, sofern sie die Haftung nicht beschränken
Alle Erben haben ausgeschlagenDie Bestattungspflichtigen nach Landesrecht
Verpflichtete können nicht zahlenDas Sozialamt nach § 74 SGB XII, auf Antrag
Tod durch Unfall oder fremdes VerschuldenDer Ersatzpflichtige erstattet die Kosten (§ 844 Abs. 1 BGB)

Vereinfachte Übersicht nach Aeternitas, Wer muss bezahlen?, abgerufen am 17.10.2026. Im Einzelfall kann es anders aussehen.

Was tun, wenn das Geld nicht reicht?

  • Erbe prüfen: Bei überschuldetem Nachlass kann eine Ausschlagung sinnvoll sein. Die Frist beträgt nach § 1944 BGB sechs Wochen. Die Bestattungspflicht bleibt aber. Mehr unter Erbe ausgeschlagen: Wer zahlt die Beerdigung?
  • Sozialamt einschalten: Möglichst vor dem Auftrag, aber auch danach ist ein Antrag möglich. Siehe Sozialbestattung.
  • Kosten senken: Grabart, Sarg und Grabpflege sind die größten Hebel. Siehe Günstige Bestattung.
  • Steuern prüfen: Wer zahlt, ohne dass der Nachlass reicht, kann die Kosten unter Umständen absetzen. Siehe Beerdigungskosten absetzen.

Wie Sie Ihre Familie entlasten

Die Frage, wer zahlt, stellt sich gar nicht erst, wenn die Bestattung bereits geregelt und bezahlt ist. Mit einem Bestattungsvorsorgevertrag legen Sie Leistungen und Preis zu Lebzeiten fest, das Geld liegt auf einem Treuhandkonto. Ihre Angehörigen müssen dann weder entscheiden noch bezahlen. Ein Überblick über alle Kosten steht unter Bestattungskosten.

Vorsorge lohnt sich besonders, wenn …

  • Ihre Kinder weit weg wohnen oder wenig Geld haben,
  • Sie keine Erben haben oder Streit in der Familie absehbar ist,
  • ein Heimeinzug bevorsteht und Vermögen eingesetzt werden muss.

Weniger dringend, wenn …

  • ausreichend Nachlass vorhanden ist,
  • Ihre Wünsche bereits schriftlich festgehalten sind,
  • die Erben einig und gut erreichbar sind.

Häufige Fragen

Müssen Kinder die Beerdigung ihrer Eltern bezahlen?

Als Erben ja, aus dem Nachlass. Schlagen sie aus, bleiben sie nach Landesrecht in der Regel bestattungspflichtig und können zur Kostentragung herangezogen werden. Mehr unter Müssen Kinder die Beerdigung der Eltern bezahlen?

Muss ich zahlen, wenn ich jahrelang keinen Kontakt hatte?

Fehlender Kontakt allein befreit laut Aeternitas nicht. Bei schweren Verfehlungen der verstorbenen Person, etwa nachgewiesenen Misshandlungen, erkennen einige Gerichte eine Ausnahme an. Dann kann das Sozialamt die Kosten wegen persönlicher Unzumutbarkeit übernehmen.

Muss der Ehepartner die Beerdigung zahlen?

Ist der Ehepartner Erbe, zahlt er aus dem Nachlass. Auch ohne Erbschaft steht er in den Bestattungsgesetzen meist an erster Stelle, in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel nach § 8 Abs. 1 BestG NRW.

Wer zahlt, wenn alle das Erbe ausschlagen?

Dann erbt laut Aeternitas am Ende der Staat, konkret das Bundesland. Die Bestattung müssen trotzdem die Bestattungspflichtigen veranlassen und zunächst bezahlen.

  1. § 1968 BGB Beerdigungskosten, gesetze-im-internet.de
  2. § 74 SGB XII Bestattungskosten, gesetze-im-internet.de
  3. § 1944 BGB Ausschlagungsfrist, gesetze-im-internet.de
  4. Wer muss bezahlen?, Aeternitas e. V., abgerufen am 17.10.2026
  5. Sozialbestattung: Wer hat Anspruch?, Aeternitas e. V., abgerufen am 17.10.2026
  6. FAQ Sozialbestattung, Aeternitas e. V., abgerufen am 17.10.2026
  7. § 8 Bestattungsgesetz NRW, lexmea.de, abgerufen am 17.10.2026
  8. Bestattungen, Stadt Münster, Ordnungsamt, abgerufen am 17.10.2026

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