Zum Inhalt springen
Ein Mensch ist verstorben? Ein Bestattungshaus in Ihrer Nähe ist Wir sind rund um die Uhr für Sie da: 0800 000 00 00
Schrift
Abschiedswunsch Beratung anfragen
Fragen

Ab welchem Alter lohnt sich Bestattungsvorsorge?

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Ein festes Alter für Bestattungsvorsorge gibt es nicht. Sinnvoll wird sie meist mit einem Anlass: Ruhestand, Tod des Partners, keine nahen Angehörigen oder ein absehbarer Umzug ins Pflegeheim. Ein Vorsorgevertrag mit Treuhandkonto ist laut Bundesverband Deutscher Bestatter ohne Gesundheitsprüfung bis ins hohe Alter möglich. Wichtig ist, ihn abzuschließen, bevor Sozialhilfe beantragt wird.

Stand: Oktober 2026

Viele Menschen schieben das Thema auf, bis ein Anlass sie dazu zwingt. Dann ist Vorsorge oft trotzdem noch möglich, aber mit weniger Spielraum. Diese Seite hilft Ihnen einzuschätzen, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Sie ist.

Kostenlose Beratung in Ihrer Nähe

Für wen möchten Sie vorsorgen?

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Bestattungshaus in Ihrer Nähe
  • Daten nur an dieses Haus

Gibt es ein Mindest- oder Höchstalter?

Für einen Bestattungsvorsorgevertrag nicht. Sie vereinbaren mit einem Bestattungshaus Leistungen und Preis, das Geld liegt meist auf einem Treuhandkonto. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht, ein Abschluss ist laut Bestatterverband bis ins hohe Alter möglich.

Bei einer Sterbegeldversicherung ist das anders. Die Tarife haben ein Höchsteintrittsalter, in den Beispielen des Bestatterverbands zwischen 75 und 90 Jahren. Der Verband hält sie vor allem für jüngere Menschen geeignet, die monatlich kleine Beträge zahlen können. Stiftung Warentest bewertet Sterbegeldversicherungen als „nur sehr eingeschränkt zu empfehlen“. Eine Einordnung bietet der Sterbegeld-Check.

Welche Anlässe sprechen für Vorsorge jetzt?

  • Ruhestand: Die Finanzen sind überschaubar, die Gesundheit meist noch gut.
  • Tod des Partners: Wer gerade eine Bestattung organisiert hat, weiß, wie viele Entscheidungen in wenigen Tagen anfallen.
  • Keine nahen Angehörigen: Wer niemanden hat, der sich kümmert, kann alles selbst festlegen. Mehr unter Vorsorge ohne Angehörige.
  • Pflegeheim absehbar: Vor dem Heimeinzug lässt sich Geld für die Bestattung am klarsten zweckbinden.
  • Kinder entlasten: Kinder müssen die Bestattung ihrer Eltern unter Umständen bezahlen, auch nach einer Ausschlagung des Erbes. Mehr unter Muss ich die Beerdigung meiner Eltern bezahlen?

Früh oder spät vorsorgen?

Eher früh

Sie entscheiden in Ruhe und ohne Zeitdruck. Ihre Wünsche sind festgehalten, falls Sie plötzlich nicht mehr selbst entscheiden können. Das Geld ist zweckgebunden, bevor Pflegekosten das Vermögen aufzehren.

Eher später

Das Geld bleibt länger frei verfügbar. Ihre Wünsche können sich noch ändern. Allerdings sinkt mit jedem Jahr der Spielraum, wenn Pflegebedürftigkeit eintritt.

Wer unsicher ist, kann in zwei Schritten vorgehen: zuerst die Wünsche in einer Bestattungsverfügung festhalten, die Finanzierung später regeln.

Warum zählt der Zeitpunkt vor dem Pflegeheim?

Wer Sozialhilfe oder Hilfe zur Pflege beantragt, muss sein Vermögen grundsätzlich einsetzen. Geld in einem angemessenen Bestattungsvorsorgevertrag ist davon in der Regel ausgenommen, weil seine Verwertung eine Härte wäre (§ 90 Abs. 3 SGB XII, Bundessozialgericht vom 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R). Auch Beiträge für ein angemessenes Sterbegeld werden anerkannt, wenn sie vor Beginn der Leistungen gezahlt wurden (§ 33 Abs. 2 SGB XII). Wie hoch die Vorsorge sein darf, erklärt Wie hoch darf eine Bestattungsvorsorge sein?

Mit welchen Kosten sollten Sie planen?

Eine Bestattung mit Grab und Grabmal kostet laut Aeternitas typischerweise 7.000 bis 8.000 Euro, ohne Grabpflege (Stand Juni 2026). Eine anonyme Feuerbestattung liegt laut Finanztip bei rund 2.000 Euro. Mit dem Vorsorge-Planer stellen Sie Ihre Wünsche zusammen und sehen, welche Kosten zu erwarten sind.

Häufige Fragen

Kann ich mit über 80 noch einen Vorsorgevertrag abschließen?

Ja. Ein Treuhandvertrag hat keine Altersgrenze und keine Gesundheitsprüfung. Wichtig ist nur, dass Sie den Vertrag selbst wirksam schließen können.

Was passiert mit der Vorsorge, wenn ich umziehe?

Ob ein Wechsel zu einem Bestattungshaus am neuen Wohnort möglich ist, regelt Ihr Vertrag. Beim Treuhandmodell des Bundesverbands Deutscher Bestatter zahlt die Treuhand an ein anderes Bestattungshaus aus, wenn der ursprüngliche Vertragsbestatter vorher einwilligt. Den Treuhandvertrag selbst können Sie mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende kündigen. Einzelheiten stehen unter Bestattungsvorsorge bei Umzug.

Kann ich den Vertrag später ändern?

Wünsche lassen sich in der Regel anpassen. Unter welchen Bedingungen ein Vertrag gekündigt werden kann, erklärt Vorsorgevertrag kündigen.

Weitere Antworten finden Sie in der Übersicht Häufige Fragen.

  1. Bestattungsvorsorge, Bundesverband Deutscher Bestatter e. V., abgerufen Oktober 2026
  2. § 90 SGB XII Einzusetzendes Vermögen, Bundesamt für Justiz, abgerufen Oktober 2026
  3. § 33 SGB XII Bedarfe für Vorsorge, Bundesamt für Justiz, abgerufen Oktober 2026
  4. Bundessozialgericht, Urteil vom 18.03.2008, B 8/9b SO 9/06 R
  5. Stiftung Warentest, Bewertung der Sterbegeldversicherung: „nur sehr eingeschränkt zu empfehlen“
  6. Sterbegeldversicherung: Test und Vergleich, Finanztip, Stand 09.10.2026
  7. Kostenspannen je Anbieter und typische Gesamtkosten nach Aeternitas, allianz.de, Stand der Erhebung 06/2026, Seite aktualisiert 19.08.2026
  8. Vertragsbedingungen Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag, Ziffern 6 und 7, Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG, abgerufen 17.10.2026

Weiterlesen

AnrufenBeratung anfragen