Wer in Hamburg einen Bestatter sucht, entscheidet meist zuerst über den Friedhof: Auf den städtischen Friedhöfen von Ohlsdorf bis Bergedorf kostet ein Urnenreihengrab seit 01.01.2026 pauschal 1.260 Euro, ein Sargreihengrab 1.465 Euro, jeweils für 25 Jahre Ruhezeit. Dazu kommt die Beisetzung mit 315 Euro für eine Urne und 900 Euro für einen Sarg.
Stand: Oktober 2026
Hamburg hat mit Ohlsdorf den nach eigenen Angaben größten Parkfriedhof der Welt und mit der Hamburger Friedhöfe AöR einen städtischen Träger, auf dessen Friedhöfen 2024 knapp die Hälfte aller Hamburger Beisetzungen stattfand. Für eine Bestattung in Hamburg ist deshalb die Frage „Welcher Friedhof?“ der beste Einstieg. Diese Seite stellt die Friedhöfe als Steckbriefe vor, rechnet die Gebühren je Grabart durch und zeigt, worauf Sie bei der Wahl des Bestatters in Hamburg achten sollten.
Wobei dürfen wir Ihnen helfen?
- Kostenlos und unverbindlich
- Bestattungshaus in Ihrer Nähe
- Daten nur an dieses Haus
Welche Friedhöfe gibt es in Hamburg?
Für alle städtischen Friedhöfe gilt dieselbe Gebührenordnung der Freien und Hansestadt Hamburg, egal ob die Hamburger Friedhöfe AöR oder ein Bezirksamt sie verwaltet. Unterschiede liegen in Lage, Größe, Grabangebot und Atmosphäre.
Friedhof Ohlsdorf
- 389 Hektar, eröffnet 1877
- rund 152.000 Grabstellen (2024)
- Forum Ohlsdorf mit Fritz-Schumacher-Halle und Krematorium
- Ohlsdorfer Ruhewald, Apfelhain am Prökelmoor, „Hamburger Grab“, Gemeinschaftsgarten für Mensch und Tier
- rund 580 Gräber bekannter Persönlichkeiten
Friedhof Öjendorf
- 98,7 Hektar, zweitgrößter Parkfriedhof der Stadt
- rund 72.000 Grabstellen (2024)
- Krematorium seit 1965
- muslimische Grabfelder, Baum- und Naturgräber am Schleemer Bach
- Urnengrab im unbekannten Feld für 308 Euro
Volksdorf und Wohldorf
- zwei Waldfriedhöfe im Nordosten
- Volksdorf rund 17 Hektar, gut 10.500 Grabstellen
- Wohldorf rund 5 Hektar, knapp 1.600 Grabstellen
- Volksdorfer Ruhegarten und Wohldorfer Ruhewald
Bezirkliche Friedhöfe
- Friedhof Altona in Bahrenfeld, rund 63 Hektar, seit 1923
- Neuer Friedhof Bergedorf, rund 69 Hektar, seit 1907
- Friedhof in Harburg
- Verwaltung durch das jeweilige Bezirksamt, Gebühren wie in Ohlsdorf
Kleinere städtische Friedhöfe
- Finkenwerder und Finkenriek in Wilhelmsburg
- Kirchdorf-Amtshof
- Feierhallen und Verstorbenenhallen vor Ort
Kirchliche und jüdische Friedhöfe
- eigene Friedhofs- und Gebührenordnungen
- Ruhezeit mindestens 25 Jahre (§ 32 Abs. 4 BestattG)
- Jüdischer Friedhof Ilandkoppel in Ohlsdorf, rund 11 Hektar
Quellen: Website und Geschäftsbericht 2024 der Hamburger Friedhöfe AöR (Flächen Ohlsdorf und Öjendorf, Grabstellen), Gebührenübersicht 2026, Liste der Friedhöfe in Hamburg bei Wikipedia (übrige Flächen und Jahreszahlen, Sekundärquelle). Ausführlich zum größten Friedhof: Friedhof Ohlsdorf.
Was kostet ein Grab auf den Hamburger Friedhöfen?
Hamburg rechnet anders als die meisten Städte. Reihengräber kosten einen Pauschalbetrag für die ganze Ruhezeit von 25 Jahren (§ 28 BestattG). Wahlgräber werden je Jahr berechnet, bei Urnenwahlgräbern sogar je Quadratmeter. Die Gebühr umfasst die Mindestunterhaltung des Grabes und die Unterhaltung des Friedhofs.
| Grabart | Gebühr 2026 | für 25 Jahre |
|---|---|---|
| Urnenreihengrab | 1.260 € pauschal | 1.260 € |
| Sargreihengrab | 1.465 € pauschal | 1.465 € |
| Anonymes Grab, Urne / Sarg | 1.400 € / 1.650 € pauschal | 1.400 € / 1.650 € |
| „Hamburger Grab“ in Ohlsdorf, je Grabstelle | 67 € je Jahr | 1.675 € |
| Sargwahlgrab Standardqualität, je Grabstelle | 77 € je Jahr | 1.925 € |
| Sargwahlgrab gehobene Qualität, je Grabstelle | 96 € je Jahr | 2.400 € |
| Urnenwand, je Urne | 187 € je Jahr | 4.675 € |
| Kolumbarium Standardqualität, je Urne | 192 € je Jahr | 4.800 € |
| Urnenwahlgrab im Ruhewald, je m² | 111 € je Jahr | 2.775 € je m² |
Quelle: Gebührenübersicht für das Bestattungs- und Friedhofswesen, gültig ab 01.01.2026, Auszug aus der Gebührenordnung der Freien und Hansestadt Hamburg, Tarife 1011 bis 1122 und 1029. Die Spalte „für 25 Jahre“ ist eigene Berechnung bei 25 Jahren Überlassung.
Was zahlen Sie an den Friedhof mit Beisetzung?
Zum Grab kommt die Beisetzung einschließlich Herrichtung des Grabes: 315 Euro für eine Urne, 900 Euro für einen Sarg, im Kolumbarium oder in der Urnenwand 80 Euro. Samstags erhöht sich die Beisetzung um 200 Euro (Urne) oder 700 Euro (Sarg). Eine Trauerfeier kostet je angefangene 90 Minuten 315 Euro, in der Fritz-Schumacher-Halle 585 Euro.
Hamburg liegt damit über Städten wie Berlin, deckt aber auch 25 statt 20 Jahre ab. Den Städtevergleich zeigt der Friedhofsgebühren-Atlas, die Gebührenarten erklärt Friedhofsgebühren: Was Sie zahlen und warum. Wer ein Grab schon zu Lebzeiten erwirbt, zahlt in Hamburg zusätzlich eine Reservierungsgebühr von 250 Euro.
Wo wird in Hamburg eingeäschert?
Hamburg hat zwei städtische Krematorien: Ohlsdorf, 1933 nach Plänen von Fritz Schumacher gebaut, und Öjendorf, seit 1965 in Betrieb. Beide betreibt die Hamburger Krematorium GmbH, eine Tochter der Hamburger Friedhöfe AöR. 2024 wurden dort 14.287 Verstorbene eingeäschert. Der Anteil der Feuerbestattungen liegt in Hamburg laut Friedhofsverwaltung bei gut 80 Prozent.
Im Forum Ohlsdorf können Trauerfeier am Sarg, Einäscherung und Beisetzung der Urne an einem Tag stattfinden. Liegen Sterbeurkunde und amtsärztliche Bescheinigung vor, ist eine Einäscherung laut Krematorium spätestens nach drei Werktagen möglich. Die zusätzliche Leichenschau vor der Feuerbestattung schreibt § 13 Abs. 2 BestattG vor. Die Asche erhalten Angehörige in Hamburg nicht ausgehändigt. Mehr zu Preisen und Ablauf unter Kosten der Einäscherung.
Wie finden Sie einen guten Bestatter in Hamburg?
Die Friedhofsgebühren sind für alle Bestattungshäuser gleich. Unterschiede liegen bei Sarg oder Urne, Überführung, Versorgung, Trauerfeier und Organisation. Bundesweit nennt die Verbraucherinitiative Aeternitas für den Bestatter 1.000 bis 7.000 Euro (Stand 06/2026). Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Innung: In Hamburg ist das Bestatterhandwerk in der Bestatterinnung Hamburg organisiert, die dem Bundesverband Deutscher Bestatter angehört.
- Markenzeichen: Das Zeichen des Bundesverbands setzt eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft oder einen Meistertitel und eine Prüfung nach DIN EN 15017 oder ISO 9001 voraus.
- Kostenvoranschlag: schriftlich, mit Fremdkosten wie Friedhof, Krematorium und Standesamt getrennt von den eigenen Leistungen.
- Friedhofskenntnis: Ein gutes Haus kennt die Grabangebote der einzelnen Friedhöfe und erklärt den Unterschied zwischen Reihen- und Wahlgrab in Ihrer Lage.
- Hausbesuch und Treuhand: Erstgespräch auf Wunsch zu Hause; bei Vorsorge das Geld auf ein Treuhandkonto statt an das Haus.
Ausführlich: Einen guten Bestatter finden: 8 Prüfpunkte. Über Abschiedswunsch geht Ihre Anfrage an ein Bestattungshaus aus unserem Partnernetz.
Welche Fristen und Regeln gelten in Hamburg?
- Leichenhalle: Überführung spätestens 36 Stunden nach Feststellung des Todes (§ 6 Abs. 1 BestattG).
- Bestattung: Ist sie zehn Tage nach Feststellung des Todes nicht veranlasst, wird die Behörde tätig (§ 10 Abs. 1). Für die Vorbereitung einer solchen Bestattung von Amts wegen berechnet die Stadt 460 Euro, zusätzlich zu den übrigen Kosten.
- Tuch statt Sarg: Erdbestattung im Leichentuch ist ohne religiöse Begründung erlaubt (§ 12 Abs. 1); die Vorrichtung kostet 80 Euro. Mehr unter Tuchbestattung.
- Urne: Beisetzung nur auf Friedhöfen oder auf See (§ 16). Nach einem Monat ohne Beisetzung soll die Behörde ein Reihengrab veranlassen.
- Bestattungspflicht: Ehe- oder Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Enkel, in dieser Reihenfolge (§ 11).
Wer die Kosten nicht tragen kann, beantragt die Übernahme nach § 74 SGB XII bei der bezirklichen Sozialdienststelle am letzten Wohnsitz des Verstorbenen; ohne Hamburger Meldeadresse ist das Bezirksamt Hamburg-Mitte zuständig. Mehr unter Sozialbestattung. Andere Länder vergleicht Bestattungsgesetze der Bundesländer. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Ein Reihengrab passt, wenn …
- ein fester Preis für 25 Jahre wichtig ist,
- nur eine Person beigesetzt wird,
- wenig Pflegeaufwand entstehen soll.
Ein Wahlgrab passt eher, wenn …
- Partner oder Familie später dazukommen sollen,
- Sie Lage und Gestaltung selbst wählen möchten,
- das Grab über 25 Jahre hinaus bestehen soll.
Häufige Fragen zum Bestatter in Hamburg
Was kostet eine Bestattung in Hamburg?
An den Friedhof zahlen Sie für ein Urnenreihengrab mit Beisetzung 1.575 Euro, für ein Sargreihengrab mit Beisetzung 2.365 Euro. Dazu kommen Bestatter, Einäscherung, Trauerfeier, Grabmal und Pflege. Ihre Summe schätzt der Bestattungskosten-Rechner.
Kann ich in Hamburg anonym bestattet werden?
Ja. Ein anonymes Grab kostet für eine Urne 1.400 Euro, für einen Sarg 1.650 Euro. In Öjendorf gibt es das Urnengrab im unbekannten Feld für 308 Euro plus 100 Euro Beisetzung, nur zusammen mit einer Einäscherung im Krematorium Öjendorf. Mehr unter Was kostet eine anonyme Bestattung?.
Ist eine Seebestattung von Hamburg aus möglich?
Ja, das Hamburger Gesetz erlaubt die Beisetzung der Urne von einem Schiff auf See, wenn es dem Willen des Verstorbenen entspricht (§ 16 Abs. 2). Kosten und Ablauf: Was kostet eine Seebestattung?. Für Beisetzungen ab der Ostseeküste lohnt ein Blick auf Bestatter in Kiel.
Muss ich einen Hamburger Bestatter nehmen, wenn die Beisetzung im Umland ist?
Nein. Sie können jedes Bestattungshaus beauftragen. Die Krematorien in Ohlsdorf und Öjendorf stehen laut Betreiber allen offen, nicht nur Hamburgern. Wann ein Bestatter überhaupt nötig ist, erklärt Muss man einen Bestatter nehmen?.
Lohnt sich in Hamburg eine Vorsorge?
Wer Friedhof und Grabart selbst bestimmen möchte, kann das in einem Bestattungsvorsorgevertrag festhalten. Das Geld liegt dann auf einem Treuhandkonto. Ob sich das für Sie eignet, hängt von Ihrer familiären Lage ab.
Weitere Städte im Norden finden Sie unter Bestatter in Schwerin und in der Übersicht Bestatter in Ihrer Stadt.
- Gebührenübersicht für das Bestattungs- und Friedhofswesen, gültig ab 01.01.2026 (Auszug aus der Gebührenordnung der Freien und Hansestadt Hamburg), Hamburger Friedhöfe AöR
- Geschäftsbericht 2024, Hamburger Friedhöfe AöR (Beisetzungen, Marktanteil, Grabstellen, Einäscherungen)
- Feuerbestattungen in Hamburg, Broschüre der Hamburger Krematorium GmbH, abgerufen 17.10.2026
- Website der Hamburger Friedhöfe AöR mit Seiten zu Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf, abgerufen 17.10.2026
- Gesetz über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen (BestattG) vom 30.10.2019, Stand 01.02.2024, Abdruck Aeternitas
- Sozialhilfe, Übernahme von Bestattungskosten, Freie und Hansestadt Hamburg, abgerufen 17.10.2026
- Organigramm mit Landesverbänden und -innungen (Stand 03/2026) und Markenzeichensatzung, Bundesverband Deutscher Bestatter
- Liste der Friedhöfe in Hamburg, Wikipedia, abgerufen 17.10.2026
- Kostenspannen je Anbieter nach Aeternitas e. V., Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026)