Einen guten Bestatter in Berlin erkennen Sie vor allem an einem schriftlichen, nach Posten aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag. Denn die Friedhofsgebühren sind auf allen 85 landeseigenen Friedhöfen gleich: Ein Reihengrab kostet bis Ende 2026 548 Euro, ab 2027 653 Euro. Auch die beiden Krematorien gehören dem Land. Preisunterschiede entstehen in Berlin daher fast nur beim Bestattungshaus.
Stand: Oktober 2026
Grabgebühren und Einäscherung legt in Berlin das Land fest. Entscheidend ist deshalb, was das Bestattungshaus selbst berechnet und wie offen es das tut. Diese Seite zeigt zuerst, woran Sie einen guten Bestatter in Berlin erkennen, dann die Gebühren vor und nach der Erhöhung 2027 und zuletzt die Friedhöfe der Stadt.
Wobei dürfen wir Ihnen helfen?
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- Daten nur an dieses Haus
Woran erkennen Sie einen guten Bestatter in Berlin?
Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk (Handwerksordnung, Anlage B1 Nr. 55), ein Meisterbrief ist keine Pflicht. Prüfen Sie deshalb diese sieben Punkte bei jedem Haus in Berlin:
- Schriftlicher Kostenvoranschlag Ein seriöses Haus händigt ihn unaufgefordert aus und trennt eigene Leistungen (Sarg, Überführung, Versorgung, Trauerfeier) von Fremdkosten wie Friedhof, Krematorium und Standesamt. So empfiehlt es die Verbraucherinitiative Aeternitas.
- Mitgliedschaft im Landesverband Für Berlin und Brandenburg ist das der Bestatterverband Berlin-Brandenburg, Mitglied im Bundesverband Deutscher Bestatter.
- Markenzeichen des Bundesverbands Es setzt eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft oder einen Meistertitel voraus, dazu eine Prüfung nach der Dienstleistungsnorm DIN EN 15017 oder ISO 9001. Die Einhaltung prüfen unabhängige Auditoren des TÜV Rheinland.
- Hausbesuch Gute Häuser kommen zum Erstgespräch zu Ihnen nach Hause oder in die Pflegeeinrichtung, ohne dass daraus schon ein Auftrag folgt.
- Klare Pauschalen Posten wie „Erledigung der Formalitäten“ sollten erklärt sein: welche Abmeldungen, welche Behördengänge, welche Termine.
- Treuhand bei Vorsorge Wer zu Lebzeiten vorsorgt, sollte das Geld nicht dem Haus direkt überweisen, sondern auf ein Treuhandkonto. Mehr dazu unter Treuhand: So ist Ihr Vorsorgegeld geschützt.
- Kein Zeitdruck In Berlin muss ein Verstorbener innerhalb von 36 Stunden in eine Leichenhalle (§ 9 BestattG Bln). Eine feste Frist für die Bestattung selbst nennt das Landesgesetz nicht. Sie haben also Zeit, zwei Angebote einzuholen.
Welche Fragen gehören ins Erstgespräch?
- Welche Kosten sind Ihre eigenen, welche reichen Sie nur durch?
- Auf welchem Friedhof ist die gewünschte Grabart frei, landeseigen oder kirchlich?
- In welchem der beiden Berliner Krematorien wird eingeäschert, und wie lange dauert es bis zur Urnenbeisetzung?
- Wer beantragt Sterbeurkunde und Bestattungsschein, und ist das im Preis enthalten?
- Was kostet eine Kühlung je Tag, falls die Trauerfeier erst in zwei Wochen stattfindet?
Eine ausführliche Liste mit acht Prüfpunkten steht in Einen guten Bestatter finden. Was ein Bestattungshaus überhaupt übernimmt, erklärt Was macht ein Bestatter?.
Was ist in Berlin fest, was können Sie vergleichen?
Fest, bei jedem Bestatter gleich
- Gebühren der 85 landeseigenen Friedhöfe nach Friedhofsgebührenordnung
- Entgelt des Landesbetriebs Krematorium Berlin, wenn in Berlin eingeäschert wird
- zweite Leichenschau vor der Einäscherung
- Gebühren für Sterbeurkunden beim Standesamt
Vergleichbar, je nach Haus verschieden
- Sarg oder Urne und deren Ausstattung
- Abholung, Überführung, Kühlung
- Versorgung, Ankleiden, Aufbahrung
- Trauerfeier, Drucksachen, Blumen
- Pauschale für Formalitäten
Bundesweit liegen die Kosten des Bestatters laut Aeternitas (Stand 06/2026) bei 1.000 bis 7.000 Euro. Zudem sind die Preise für Bestattungen 2025 um 3,1 Prozent gestiegen, über fünf Jahre um mehr als 20 Prozent (Aeternitas, Januar 2026). Eine erste Schätzung für Ihre Wünsche liefert der Bestattungskosten-Rechner.
Was regeln in Berlin die Bezirke?
Berlin hat keine zentrale Bestattungsbehörde. Je nach Schritt ist ein anderes Amt im Bezirk zuständig.
| Schritt | Zuständig in Berlin | Grundlage |
|---|---|---|
| Sterbefall anzeigen, Sterbeurkunde | Standesamt des Bezirks, in dem der Tod eingetreten ist | § 28 PStG |
| Bestattungsschein, ohne den nicht bestattet werden darf | Bezirksamt | § 19 BestattG Bln |
| Zweite Leichenschau vor der Einäscherung | Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin, meist im Krematorium | § 20 BestattG Bln |
| Übernahme der Bestattungskosten bei Bedürftigkeit | Amt für Soziales im Wohnbezirk des Verstorbenen | § 74 SGB XII |
| Bestattung, wenn sich niemand kümmert | Gesundheitsamt des Bezirks der letzten Meldeadresse | § 16 Abs. 3 BestattG Bln |
Quellen: Bestattungsgesetz Berlin (Stand 01.03.2024), Personenstandsgesetz, Service-Portal Berlin. Für die ordnungsbehördliche Bestattung nennt das Service-Portal Gebühren von 800 bis 1.500 Euro, die das Gesundheitsamt den bestattungspflichtigen Angehörigen in Rechnung stellt.
Bestattungspflichtig sind in Berlin der Reihe nach Ehe- oder Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, volljährige Enkel und Großeltern (§ 16 BestattG Bln). Wer die Kosten nicht tragen kann, sollte sich laut Service-Portal vor dem Auftrag an den Bestatter beim Amt für Soziales beraten lassen. Hintergrund: Sozialbestattung: Wann das Sozialamt zahlt.
Wo wird in Berlin eingeäschert?
Berlin hat zwei Krematorien, beide betreibt der Landesbetrieb Krematorium Berlin: Ruhleben im Westen und Baumschulenweg in Treptow. Ein privates Krematorium gibt es in Berlin nicht. 2023 wurden in Ruhleben 9.577 und in Baumschulenweg 5.858 Verstorbene eingeäschert, zusammen 15.435. Laut Senat waren 2022 rund 83 Prozent aller Beisetzungen auf Berliner Friedhöfen Urnenbeisetzungen.
Vor jeder Einäscherung prüft ein Arzt des Landesinstituts in einer zweiten Leichenschau, ob ein natürlicher Tod vorliegt. Die Asche muss innerhalb von sechs Monaten beigesetzt werden, auf einem Friedhof oder auf See (§§ 18, 21 BestattG Bln). Was eine Einäscherung allgemein kostet, steht unter Kosten der Einäscherung.
Welche Friedhofsgebühren gelten in Berlin, und was ändert sich 2027?
Auf den landeseigenen Friedhöfen zahlen Sie mit dem Nutzungsrecht eine Verwaltungsgebühr und eine Friedhofsgrundgebühr. Eine eigene Gebühr je Grabart gibt es nicht, deshalb kosten Sarg- und Urnengräber gleich viel. Zum 1. Januar 2027 steigen fast alle Beträge.
| Leistung | bis 31.12.2026 | ab 01.01.2027 |
|---|---|---|
| Nutzungsrecht Reihengrab (Sarg oder Urne), 20 Jahre | 548 € | 653 € |
| Nutzungsrecht Wahlgrab je Bestattung, 20 Jahre | 572 € | 653 € |
| Urnenbeisetzung im Reihengrab | 91 € | 171 € |
| Urnenbeisetzung im Wahl- oder Familiengrab | 97 € | 171 € |
| Erdbestattung im Reihengrab | 232 € | 348 € |
| Erdbestattung im Wahl- oder Familiengrab | 285 € | 428 € |
| Trauerfeier bis 30 Minuten | 159 € | 187 € |
| Pflegegebühr Baumgrab | 675 € | 743 € |
Quelle: Gebührenordnung für die landeseigenen Friedhöfe Berlins und Vierte Verordnung zu ihrer Änderung vom 11.08.2026, Gegenüberstellung in Drucksache 19/353 VO. Nutzungsrecht = Verwaltungsgebühr (52 €, ab 2027 78 €) plus Friedhofsgrundgebühr. Ab 2027 kommt bei steuerbaren Tarifen Umsatzsteuer hinzu.
Ein Urnenreihengrab mit Beisetzung kostet damit bisher 639 Euro, ab 2027 824 Euro. Bei einem Erdreihengrab sind es 780 statt künftig 1.001 Euro. Maßgeblich ist der Tag, an dem der Antrag bei der Friedhofsverwaltung eingeht (§ 2 FriedGebO). Wie Berlin im Vergleich zu anderen Städten liegt, zeigt der Friedhofsgebühren-Atlas, die Bestandteile erklärt Friedhofsgebühren: Was Sie zahlen und warum.
Bestattungsvorsorge in Berlin
Berlin zeigt gerade, warum eine Vorsorge Spielraum nach oben braucht. Zum 1. Januar 2027 steigt das Nutzungsrecht für ein Reihengrab von 548 auf 653 Euro, die Urnenbeisetzung von 91 auf 171 Euro. Ein Urnenreihengrab samt Beisetzung kostet dann 824 statt 639 Euro, knapp 29 Prozent mehr. Für ein Erdreihengrab mit Beisetzung steigen die Gebühren von 780 auf 1.001 Euro.
Maßgeblich ist der Tarif an dem Tag, an dem der Antrag bei der Friedhofsverwaltung eingeht (§ 2 FriedGebO). Wer heute einen Vertrag unterschreibt, bezahlt die Gebühren später also zum dann geltenden Satz. Solche Fremdkosten kann kein Bestattungshaus festschreiben. Ein Aufschlag gehört deshalb in die Kalkulation der Vorsorgekosten, zumal Bestattungen laut Aeternitas allein 2025 um 3,1 Prozent teurer wurden.
Auf allen 85 landeseigenen Friedhöfen gilt dieselbe Gebührenordnung, und Sarg- wie Urnengrab kosten beim Nutzungsrecht gleich viel. Ob Spandau oder Lichtenberg, der Bezirk ändert an der Gebühr nichts. Evangelische, katholische und jüdische Träger rechnen eigenständig, ihre Preise sollten im Vertrag ausdrücklich stehen. Das Geld selbst gehört auf ein Treuhandkonto, nicht in die Kasse des Hauses.
Welche Friedhöfe gibt es in Berlin?
Nach der Liste des Senats (Stand 13.09.2024) gibt es in Berlin gut 220 gewidmete Friedhöfe. 85 davon sind landeseigen und werden von den Bezirken verwaltet, 117 gehören evangelischen Trägern, dazu kommen katholische, jüdische und sonstige. Zusammen umfassen sie knapp 1.095 Hektar. Einige große Anlagen:
| Friedhof | Bezirk | Träger | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Friedhof In den Kisseln | Spandau | landeseigen | rund 60 ha, 1886 eröffnet |
| Waldfriedhof Zehlendorf | Steglitz-Zehlendorf | landeseigen | rund 38 ha, 1947 angelegt |
| Zentralfriedhof Friedrichsfelde | Lichtenberg | landeseigen | Baumgräber, 1881 eröffnet |
| Friedhof Baumschulenweg | Treptow-Köpenick | landeseigen | Baumgräber, neben dem Krematorium |
| Friedhof Ruhleben | Charlottenburg-Wilmersdorf | landeseigen | Felder für islamische und buddhistische Bestattungen |
| Jüdischer Friedhof Weißensee | Pankow | Jüdische Gemeinde | rund 39 ha, 1880 eröffnet |
Quellen: Senatsantwort 19/20259 (Anlage 2, eigene Auszählung), Grabstätten-Übersicht der Senatsverwaltung, Liste der Friedhöfe in Berlin bei Wikipedia (Flächen und Jahreszahlen, Sekundärquelle).
Baumgräber bieten laut Senatsverwaltung unter anderem die Friedhöfe Pankow XII, Ruhleben, Koppelweg, Baumschulenweg, Heiligensee und Friedrichsfelde an, nur für Urnen und mit 20 Jahren Nutzungsrecht. Mehr unter Was kostet eine Baumbestattung?. Im Tuch ohne Sarg darf in Berlin aus religiösen Gründen auf dafür bestimmten Grabfeldern bestattet werden (§ 18 Abs. 2 BestattG Bln); 2022 zählte der Senat 533 Bestattungen auf muslimischen Grabfeldern. Bestattungswälder gibt es erst im Brandenburger Umland. Was dort gilt, beschreibt unsere Seite zu Bestattern in Potsdam.
Ein Haus aus der Nachbarschaft passt, wenn …
- die Trauerfeier im eigenen Bezirk stattfinden soll,
- Sie Wege zu Erstgespräch und Abschied kurz halten möchten,
- der Kostenvoranschlag alle Posten offenlegt.
Ein zweites Angebot lohnt, wenn …
- der Preis nur als Paket ohne Aufschlüsselung genannt wird,
- Sie zu einer schnellen Unterschrift gedrängt werden,
- Friedhofsgebühren pauschal statt nach Gebührenordnung berechnet sind.
Häufige Fragen zum Bestatter in Berlin
Was kostet ein Bestatter in Berlin?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jedes Haus eigene Preise hat. Bundesweit nennt Aeternitas für den Bestatter 1.000 bis 7.000 Euro. Dazu kommen in Berlin die festen Friedhofsgebühren, etwa 639 Euro für ein Urnenreihengrab mit Beisetzung (ab 2027 824 Euro), sowie Einäscherung, Grabmal und Pflege.
Gilt die neue Gebühr, wenn der Todesfall im Dezember 2026 liegt?
Es gilt der Tarif zum Zeitpunkt, an dem der Antrag bei der Friedhofsverwaltung eingeht (§ 2 FriedGebO). Geht er noch 2026 ein, gelten die bisherigen Gebühren, auch wenn die Beisetzung erst im Januar stattfindet.
Wer zahlt die Sozialbestattung in Berlin?
Zunächst die Erben (§ 1968 BGB). Können die Bestattungspflichtigen die Kosten nicht tragen, übernimmt das Amt für Soziales im Wohnbezirk des Verstorbenen die erforderlichen Kosten (§ 74 SGB XII). Den Antrag stellen Sie dort, am besten bevor Sie einen Bestatter beauftragen.
Wo kann man in Berlin anonym bestattet werden?
Viele landeseigene Friedhöfe haben Gemeinschaftsgrabanlagen, bei denen die Friedhofsverwaltung die Pflege übernimmt. Welche Grabarten es auf welchem Friedhof gibt, veröffentlicht die Senatsverwaltung in einer Übersicht. Mehr unter Was kostet eine anonyme Bestattung?.
Darf ich die Urne in Berlin mit nach Hause nehmen?
Nein. Das Berliner Gesetz sieht die Beisetzung auf einem Friedhof oder auf See vor, innerhalb von sechs Monaten nach der Einäscherung (§§ 18, 21 BestattG Bln). Die Regeln der anderen Länder vergleicht Bestattungsgesetze der Bundesländer. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Wer seine eigene Bestattung schon jetzt festlegen möchte, findet die Grundlagen unter Bestattungsvorsorgevertrag. Über Abschiedswunsch geht Ihre Anfrage an ein Bestattungshaus aus unserem Partnernetz. Weitere Städte finden Sie in der Übersicht Bestatter in Ihrer Stadt.
- Vierte Verordnung zur Änderung der Friedhofsgebührenordnung vom 11. August 2026, mit Gegenüberstellung der bisherigen Gebührenordnung (FriedGebO vom 17.11.2003, zuletzt geändert 11.01.2011), Senat von Berlin, Drucksache 19/353 VO
- Umweltbilanz der Berliner Krematorien, Antwort des Senats auf die Schriftliche Anfrage 19/20343 vom 27.09.2024
- Sterben und Beerdigen in Berlin, Antwort des Senats auf die Schriftliche Anfrage 19/20259 vom 20.09.2024, mit Liste der Friedhöfe nach Trägerschaft (Stand 13.09.2024)
- Gesetz über das Leichen- und Bestattungswesen (BestattG Bln), Stand 01.03.2024, Abdruck Aeternitas
- Bestattungskosten beantragen und Ordnungsbehördliche Bestattung, Service-Portal Berlin, abgerufen 17.10.2026
- Baumbestattungen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, abgerufen 17.10.2026
- Handwerksordnung, Anlage B Abschnitt 1, gesetze-im-internet.de; § 28 Personenstandsgesetz
- Organigramm mit Landesverbänden (Stand 03/2026) und Markenzeichensatzung, Bundesverband Deutscher Bestatter
- Leistungs- und Preisvergleich des Bestatterangebots und Pressemitteilung Kostenindex vom 22.01.2026, Aeternitas e. V.
- Kostenspannen je Anbieter (Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de) und Städtevergleich (Stand 2025, zitiert nach check24.de), Aeternitas e. V.
- Liste der Friedhöfe in Berlin, Wikipedia, abgerufen 17.10.2026