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Was macht ein Bestatter? Alle Leistungen

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Ein Bestatter organisiert alles, was zwischen dem Tod und der Beisetzung nötig ist. Er holt den Verstorbenen ab, versorgt und kleidet ihn, erledigt Behördengänge wie die Sterbefallanzeige, stimmt Termine mit Friedhof oder Krematorium ab und richtet die Trauerfeier aus. Seine eigenen Leistungen kosten laut Aeternitas meist 1.000 bis 7.000 Euro, Friedhofsgebühren kommen hinzu.

Stand: Oktober 2026

Die meisten Menschen haben mit einem Bestatter erst zu tun, wenn ein Angehöriger gestorben ist. Dann ist es hilfreich zu wissen, welche Aufgaben er übernimmt und welche Sie selbst behalten können. Diese Übersicht folgt dem Ablauf vom ersten Anruf bis nach der Beisetzung.

Welche Leistungen übernimmt ein Bestatter?

Der Bundesverband Deutscher Bestatter nennt sechs Kernbereiche: Beratung, Versorgung des Verstorbenen, Abschiednahme, Formalitäten, Trauerfeier und Beisetzung. Im Ablauf sieht das so aus:

  1. Erster Anruf Der Bestatter ist meist rund um die Uhr erreichbar, klärt die nächsten Schritte und vereinbart die Abholung.
  2. Überführung Er holt den Verstorbenen zu Hause, im Krankenhaus oder Pflegeheim im Sarg mit dem Bestattungswagen ab und bringt ihn in einen Kühlraum.
  3. Versorgung Waschen, hygienische Versorgung, Ankleiden und Einsargen.
  4. Beratungsgespräch Bestattungsart, Sarg oder Urne, Grab, Ablauf der Feier, Kosten.
  5. Formalitäten Sterbefallanzeige beim Standesamt, Sterbeurkunden, Termine mit Friedhof und Krematorium, bei Bedarf Leichenpass.
  6. Abschied Aufbahrung, Abschiednahme am offenen oder geschlossenen Sarg.
  7. Trauerfeier Trauerhalle, Redner oder Geistlicher, Musik, Blumen, Sargträger.
  8. Beisetzung Erdbestattung, Urnenbeisetzung, Seebestattung oder Baumbestattung.

Die Sterbefallanzeige muss spätestens am dritten Werktag nach dem Tod beim Standesamt eingehen (§ 28 PStG). Meist übernimmt das der Bestatter, weil er die Unterlagen ohnehin zusammenträgt. Welche Dokumente er braucht, steht unter Unterlagen für den Bestatter.

Welche Aufgaben darf nur ein Bestatter übernehmen?

Einige Aufgaben sind gesetzlich an ein Bestattungsunternehmen gebunden. Das unterscheidet sich von Land zu Land:

  • In Baden-Württemberg ist für den Transport von Verstorbenen und Urnen ein Bestatter vorgeschrieben.
  • In Stuttgart muss das Bestattungsunternehmen den Leichenpass für eine Überführung ins Ausland persönlich beantragen.
  • In Rheinland-Pfalz dürfen nur Bestatter eine Urne öffnen, Asche verstreuen und Flussbestattungen durchführen.

Was Angehörige dagegen selbst erledigen können, zeigt Muss man einen Bestatter beauftragen?

Was kostet ein Bestatter?

Laut Aeternitas (Stand Juni 2026) berechnen Bestatter für ihre Leistungen 1.000 bis 7.000 Euro. Dazu kommen Gebühren für Friedhof und Krematorium, die der Bestatter oft vorstreckt und weiterberechnet. Bitten Sie um ein Angebot, in dem eigene Leistungen und durchlaufende Fremdkosten getrennt aufgeführt sind. So können Sie vergleichen.

Was die einzelnen Stellen berechnen. Kostenspannen je Anbieter, zusammen 2.750 bis 44.700 Euro. Quelle: Aeternitas e. V., Stand Juni 2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026). Trauerrede: Spende bis 600 Euro.

Was eine Bestattung insgesamt kostet, zeigt die Übersicht Bestattungskosten. Mit dem Bestattungskosten-Rechner schätzen Sie Ihren eigenen Fall.

Wie wird man Bestatter?

Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk. Ein Unternehmen zu gründen setzt keine Meisterprüfung voraus, so der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags (2026). Es gibt aber eine geregelte Ausbildung: Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft dauert drei Jahre (§ 2 BestAusbV). Darauf kann die freiwillige Meisterprüfung zum Bestattermeister aufbauen. Fragen Sie deshalb nach Ausbildung und Erfahrung des Hauses. Woran Sie Qualität erkennen, steht unter Einen guten Bestatter finden.

Hilft ein Bestatter auch bei der Vorsorge?

Ja. Viele Bestattungshäuser beraten zu Lebzeiten und schließen Bestattungsvorsorgeverträge ab. Darin legen Sie Leistungen und Preise fest. Das Geld liegt meist auf einem Treuhandkonto, bis es gebraucht wird. Wie das funktioniert, erklärt Treuhand bei der Bestattungsvorsorge.

Häufige Fragen

Ist ein Bestatter nachts und am Wochenende erreichbar?

Viele Bestattungshäuser bieten einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr. Fragen Sie im Vorgespräch nach der Nummer für die Nacht.

Kümmert sich der Bestatter auch um Rente und Versicherungen?

Manche Häuser bieten das als Zusatzleistung an, etwa die Abmeldung bei der Rentenversicherung oder Krankenkasse. Klären Sie vorher, ob das im Preis enthalten ist.

Kann ich den Bestatter frei wählen?

Ja. Auch wenn ein Krankenhaus oder Pflegeheim ein Unternehmen empfiehlt, entscheiden Sie als Angehörige. Ein Vergleich lohnt sich, wenn die Zeit es zulässt.

Weitere Antworten finden Sie in der Übersicht Häufige Fragen.

  1. Beerdigung und Bestattung, Bundesverband Deutscher Bestatter e. V., aktualisiert 24.02.2026
  2. Ratgeber Sozialbestattung (Leistungen des Bestattungsunternehmens), Aeternitas e. V., 2020
  3. Kostenspannen je Anbieter, Aeternitas e. V., Stand Juni 2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026)
  4. § 28 PStG Anzeige, Bundesamt für Justiz, abgerufen Oktober 2026
  5. Bestattungsrecht Baden-Württemberg, Praktische Hinweise, Sozialministerium BW, Februar 2024
  6. Leichenpass beantragen, Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen Oktober 2026
  7. FAQs zum Bestattungsgesetz Rheinland-Pfalz, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit RLP, Mai 2026
  8. Berufszugang für Bestatter, WD 5 – 060/25, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, 2026
  9. § 2 Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft, Bundesamt für Justiz, abgerufen Oktober 2026

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