Eine Beerdigung läuft meist in fünf Schritten ab: Die Gäste kommen in der Trauerhalle oder Kirche zusammen, es folgt die Trauerfeier mit Rede und Musik, danach der gemeinsame Gang zum Grab und die Beisetzung von Sarg oder Urne. Am Grab nehmen die Gäste Abschied und kondolieren der Familie. Oft schließt ein Trauerkaffee an.
Stand: Oktober 2026
Wer zum ersten Mal eine Beerdigung besucht oder organisiert, weiß oft nicht, was ihn erwartet. Das macht unsicher. Diese Seite erklärt den Ablauf vom Todesfall bis zum Trauerkaffee, zeigt die Unterschiede zwischen Erd- und Urnenbestattung und sagt, was Gäste tun und lassen sollten. Die genaue Gestaltung bestimmt immer die Familie mit dem Bestattungshaus.
Was passiert vor der Beerdigung?
Zwischen Tod und Beerdigung liegen meist einige Tage bis zwei Wochen. In dieser Zeit regeln Angehörige und Bestattungshaus mehrere Dinge:
- Tag 1 Eine Ärztin oder ein Arzt stellt den Tod fest und füllt den Totenschein aus. Die Familie beauftragt ein Bestattungshaus, das die verstorbene Person abholt.
- bis Tag 3 Der Sterbefall wird beim Standesamt angezeigt, spätestens am dritten Werktag (§ 28 Personenstandsgesetz). Das übernimmt in der Regel das Bestattungshaus.
- erste Woche Gespräch mit dem Bestattungshaus: Bestattungsart, Friedhof, Grab, Sarg oder Urne, Trauerfeier, Redner, Musik, Blumen, Traueranzeige.
- vor der Feier Termin mit Friedhof und Redner, Traueranzeige und Einladungen. Auf Wunsch eine Aufbahrung, bei der sich die Familie in Ruhe verabschieden kann.
- Tag der Beerdigung Trauerfeier und Beisetzung.
Wie viel Zeit zwischen Tod und Beerdigung liegen darf, bestimmt das Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Die Fristen unterscheiden sich deutlich. Einzelheiten stehen unter Wie lange bis zur Beerdigung? und in der Übersicht der Bestattungsgesetze der Länder. Was in den ersten Stunden zu tun ist, zeigt die Checkliste für den Todesfall.
- Sofort Bei einem Tod zu Hause den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) für die Leichenschau rufen. Im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt das die Einrichtung.
- In den ersten Stunden Ein Bestattungshaus beauftragen. Es holt die verstorbene Person ab und bringt sie in eine Kühlung. Die Frist dafür legt das Landesrecht fest, meist 24 bis 36 Stunden.
- Am ersten Tag Engste Angehörige informieren, Ausweis und Urkunden der verstorbenen Person bereitlegen, nach einer Bestattungsverfügung oder einem Vorsorgevertrag suchen.
- Bis zum dritten Werktag Den Sterbefall beim Standesamt anzeigen (§ 28 PStG). Das übernimmt in der Regel das Bestattungshaus.
Ablauf einer Erdbestattung
- Ankommen Die Gäste treffen sich etwa eine Viertelstunde vor Beginn vor der Trauerhalle oder Kirche. Die engsten Angehörigen sitzen vorn.
- Trauerfeier Der Sarg steht aufgebahrt, meist mit Blumen und einem Foto. Es gibt Musik, eine Trauerrede, bei kirchlichen Feiern Gebete und Segen. Manchmal sprechen auch Angehörige.
- Gang zum Grab Träger bringen den Sarg zum Grab. Die Familie folgt direkt dahinter, dann die übrigen Gäste.
- Beisetzung Der Sarg wird ins Grab gesenkt. Redner oder Pfarrer sprechen letzte Worte.
- Abschied am Grab Erst die Familie, dann die Gäste treten einzeln ans Grab, verneigen sich, werfen eine Schaufel Erde oder eine Blume hinein.
- Kondolenz Die Gäste sprechen der Familie ihr Beileid aus, oft mit Händedruck. Manche Familien verzichten darauf und schreiben das in die Anzeige.
- Trauerkaffee Die Familie lädt in ein Café, Restaurant oder nach Hause ein. Hier ist Raum für Gespräche und Erinnerungen.
Die Trauerhalle auf einem Friedhof ist meist für feste Zeitfenster vergeben, laut Aeternitas oft 30 oder 60 Minuten. Längere Feiern müssen mit der Friedhofsverwaltung abgesprochen werden; die Hallen der Bestattungshäuser sind oft flexibler. Wie lange eine Beerdigung insgesamt dauert, beantwortet Wie lange dauert eine Beerdigung?
Ablauf einer Urnenbeisetzung
Bei einer Feuerbestattung wird die verstorbene Person im Sarg eingeäschert. Vorher ist in der Regel eine zweite ärztliche Leichenschau vorgeschrieben. Für die Trauerfeier gibt es zwei Wege:
Feier mit Sarg
Die Trauerfeier findet vor der Einäscherung statt, so wie bei einer Erdbestattung. Die Urne wird einige Wochen später im kleinen Kreis beigesetzt.
Feier mit Urne
Die Einäscherung erfolgt zuerst. Trauerfeier und Beisetzung der Urne finden dann am selben Tag statt, oft in kürzerer Form.
Die Urnenbeisetzung selbst ist schlichter: Die Urne wird in ein kleines Grab gesenkt oder in eine Kammer eines Kolumbariums gestellt. Bei einer Baumbestattung im Wald wird sie am Fuß eines Baums beigesetzt. Die Formen im Überblick finden Sie unter Bestattungsarten.
Was sollten Gäste wissen?
- Pünktlich sein: Die Zeitfenster in Trauerhallen sind knapp. Wer zu spät kommt, wartet leise am Rand.
- Kleidung: dunkel und schlicht, sofern die Familie nichts anderes wünscht. Mehr im Ratgeber Kleidung zur Beerdigung.
- Handy: ganz ausschalten, keine Fotos ohne ausdrückliche Bitte der Familie.
- Blumen und Karten: Kränze lassen Sie über das Bestattungshaus oder eine Gärtnerei liefern. Karten geben Sie bei der Feier ab oder schicken sie vorher. Hilfe beim Schreiben bietet Trauerkarte schreiben, ob und wie viel Geld hineingehört, erklärt Geld in der Trauerkarte.
- Kondolieren: Ein kurzer Satz wie „Mein herzliches Beileid“ oder ein stiller Händedruck genügt.
- Trauerkaffee: Gehen Sie nur hin, wenn die Familie Sie eingeladen hat.
Was kostet eine Beerdigung?
Eine Bestattung mit Grab, Grabmal und Grabanlage kostet laut Aeternitas typischerweise 7.000 bis 8.000 Euro, ohne Grabpflege (Stand Juni 2026). Die Spanne ist groß: Die Gesamtkosten liegen zwischen 2.750 und 44.700 Euro, je nach Bestattungsart, Friedhof und Grabmal. Die Kosten tragen die Erben (§ 1968 BGB). Eine Aufstellung aller Posten finden Sie im Ratgeber Bestattungskosten.
Häufige Fragen
Dürfen Kinder mit zur Beerdigung?
Ja. Kinder können Abschied oft besser verarbeiten, wenn sie dabei sein dürfen. Bereiten Sie sie vor, was sie sehen und hören werden, und bestimmen Sie einen Erwachsenen, der sich um sie kümmert und mit ihnen hinausgehen kann.
Kann man eine Beerdigung im kleinsten Kreis abhalten?
Ja. Viele Familien schreiben in die Traueranzeige „Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt“. Dann kommen nur geladene Gäste. Andere können später einzeln ans Grab gehen.
Wer organisiert die Beerdigung?
Die Angehörigen entscheiden, das Bestattungshaus organisiert. Hat die verstorbene Person ihre Wünsche festgelegt, etwa in einer Bestattungsverfügung, richten sich die Angehörigen danach.
Ist ein Trauerkaffee Pflicht?
Nein. Er ist ein Brauch, kein Muss. Die Kosten trägt die Familie; manche laden nur den engsten Kreis ein.
Den eigenen Abschied regeln
Viele Menschen, die eine Beerdigung erlebt haben, möchten selbst festlegen, wie ihr Abschied aussehen soll: welche Bestattungsart, welcher Friedhof, welche Musik, wer spricht. Mit einer Bestattungsverfügung halten Sie Ihre Wünsche fest, mit einem Vorsorgevertrag sichern Sie die Kosten ab. Weitere Ratgeber zu Trauerfeier und Anteilnahme finden Sie unter Abschied gestalten.
- Abschiedsfeiern, Aeternitas e. V., abgerufen Oktober 2026
- § 28 Personenstandsgesetz, Anzeige, Bundesministerium der Justiz
- Kostenspannen je Anbieter und typische Gesamtkosten nach Aeternitas, allianz.de, Stand der Erhebung 06/2026, Seite aktualisiert 19.08.2026
- § 1968 BGB, Beerdigungskosten, Bundesministerium der Justiz