Zum Inhalt springen
Ein Mensch ist verstorben? Ein Bestattungshaus in Ihrer Nähe ist Wir sind rund um die Uhr für Sie da: 0800 000 00 00
Schrift
Abschiedswunsch Beratung anfragen
Trauer & Abschied

Trauerkarte schreiben: Worte, die tragen

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

In eine Trauerkarte schreiben Sie vier Dinge: eine persönliche Anrede, einen Satz der Anteilnahme, eine Erinnerung an die verstorbene Person und einen Gruß mit einem Angebot oder guten Wunsch. Drei bis sechs ehrliche Sätze von Hand genügen. Entscheidend ist nicht die perfekte Formulierung, sondern dass die Familie merkt: Sie denken an sie.

Stand: Oktober 2026

Vor einer leeren Trauerkarte sitzen viele Menschen lange. Die Sorge, etwas Falsches zu schreiben, ist groß. Dabei erwartet niemand Dichtung. Diese Seite zeigt einen einfachen Aufbau, hilft bei Anrede und Ton und gibt Formulierungsbeispiele für verschiedene Beziehungen. Alle Beispiele sind von unserer Redaktion geschrieben und dürfen frei verwendet und angepasst werden.

Wie ist eine Trauerkarte aufgebaut?

  1. Anrede So, wie Sie die Person auch sonst ansprechen: „Liebe Maria“ oder „Sehr geehrte Frau Weber“. Bei Familien schreiben Sie „Liebe Familie Weber“.
  2. Anteilnahme Ein Satz, der sagt, dass Sie vom Tod erfahren haben und mitfühlen. Schlicht ist besser als feierlich.
  3. Erinnerung Ein konkreter Moment, eine Eigenschaft, ein Satz der verstorbenen Person. Das ist der Teil, den Angehörige oft noch Jahre später lesen.
  4. Gruß und Angebot Ein Wunsch für die kommende Zeit, gern verbunden mit einem konkreten Angebot, und Ihr Name.

Diese vier Teile passen auf jede Karte. Kennen Sie die verstorbene Person nicht persönlich, lassen Sie die Erinnerung weg und schreiben stattdessen über den Menschen, dem Sie die Karte schicken.

Welche Anrede ist richtig?

Bleiben Sie bei der Anrede, die Sie im Alltag benutzen. Wer sich duzt, duzt sich auch in der Trauerkarte. Richten Sie die Karte an die Person, die Ihnen am nächsten steht, oder an die ganze Familie. Bei Ehepaaren, von denen einer gestorben ist, schreiben Sie an den Partner oder die Partnerin, nicht an „Familie“.

SituationAnrede
Enge Freundin, VerwandteLiebe Sabine,
Bekannte FamilieLiebe Familie Krüger,
Kollegin, mit der Sie per Sie sindLiebe Frau Krüger,
Geschäftlicher KontaktSehr geehrte Frau Krüger,
Unbekannte Angehörige eines KundenSehr geehrte Angehörige von Herrn Krüger,

Formulierungen für den Einstieg

Der erste Satz fällt am schwersten. Diese Varianten können Sie direkt übernehmen:

  • „Die Nachricht vom Tod deines Vaters hat mich sehr getroffen.“
  • „Wir haben erfahren, dass Ihre Mutter gestorben ist, und denken an Sie.“
  • „Mir fehlen die richtigen Worte, aber ich möchte Ihnen sagen, dass ich mit Ihnen fühle.“
  • „Seit ich von Peters Tod weiß, denke ich jeden Tag an euch.“
  • „Es tut mir unendlich leid, dass ihr Lena verloren habt.“

Sie dürfen ruhig zugeben, dass Ihnen die Worte fehlen. Das ist ehrlich und nimmt Druck von Ihnen.

Beispiele nach Beziehung

Die folgenden Texte sind vollständig. Ersetzen Sie Namen und Erinnerungen durch Ihre eigenen.

An eine enge Freundin

„Liebe Anna, ich kann noch gar nicht glauben, dass deine Mama nicht mehr da ist. Ich sehe sie vor mir, wie sie uns nach der Schule Pfannkuchen gebacken hat und dabei laut gesungen hat. Sie hatte für jeden ein offenes Ohr. Ich bin für dich da, nachts genauso wie tagsüber. Ich rufe dich am Wochenende an. In Liebe, Clara“

An einen Kollegen

„Lieber Herr Schäfer, mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Ihrer Frau erfahren. Wir denken an Sie und Ihre Kinder. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen; um Ihre Projekte kümmern wir uns. Im Namen des ganzen Teams, Ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Buchhaltung“

An Nachbarn

„Liebe Frau Yilmaz, Ihr Mann hat jeden Morgen gegrüßt und uns im Winter oft den Gehweg mitgeräumt. Er wird in unserer Straße fehlen. Wenn wir Ihnen beim Einkaufen oder im Garten helfen können, klingeln Sie einfach. Herzliche Grüße, Ihre Nachbarn Familie Berger“

Wenn Sie die verstorbene Person nicht kannten

„Lieber Tobias, ich habe deinen Großvater leider nie kennengelernt, aber ich weiß aus deinen Erzählungen, wie viel er dir bedeutet hat. Ich wünsche dir Kraft für die nächsten Wochen und Menschen um dich, die dich auffangen. Melde dich, wenn du reden möchtest. Dein Jonas“

An die Familie eines Kunden oder Geschäftspartners

„Sehr geehrte Frau Hoffmann, mit Bestürzung haben wir vom Tod Ihres Mannes erfahren. Wir haben ihn über viele Jahre als verlässlichen und humorvollen Geschäftspartner geschätzt. Wir sprechen Ihnen und Ihrer Familie unsere aufrichtige Anteilnahme aus. Mit stillem Gruß, Ihre Firma Meyer & Söhne“

Nach dem Tod eines Kindes

„Liebe Sarah, lieber Martin, es gibt keine Worte für das, was ihr gerade erlebt. Wir sind in Gedanken bei euch und bei Mia. Ihr müsst nicht antworten und nichts erklären. Wir bringen euch in den nächsten Wochen jeden Donnerstag etwas zu essen vorbei und stellen es vor die Tür. Eure Kathrin und Ben“

Wie schließen Sie die Karte ab?

Ein konkretes Angebot hilft mehr als „Melde dich, wenn du etwas brauchst“. Trauernde haben selten die Kraft, um Hilfe zu bitten. Bieten Sie etwas Bestimmtes an: Essen bringen, Kinder abholen, Behördengänge begleiten, einen Spaziergang. Als Grußformel passen „In stiller Anteilnahme“, „In Gedanken bei dir“, „Mit herzlichem Gruß“ oder einfach „Dein“ und Ihr Name.

Was sollten Sie nicht schreiben?

Manche Sätze sind gut gemeint, verletzen aber. Vermeiden Sie vor allem diese:

Besser nicht

  • „Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“
  • „Die Zeit heilt alle Wunden.“
  • „Wenigstens musste er nicht mehr leiden.“
  • „Du bist ja noch jung, du findest wieder jemanden.“
  • Fragen nach der Todesursache

Stattdessen

  • „Ich kann nur ahnen, wie schwer das für dich ist.“
  • „Ich bin da, solange du mich brauchst.“
  • „Ich bin froh, dass ich ihn kennen durfte.“
  • „Ich denke an dich und an alles, was ihr zusammen hattet.“
  • Eine Erinnerung an einen guten Moment

Auch religiöse Formulierungen passen nur, wenn die Familie gläubig ist. Im Zweifel schreiben Sie neutral.

Praktische Fragen zur Karte

  • Handschrift oder gedruckt? Von Hand, wenn es irgend geht. Bei Firmenkarten unterschreiben alle, die die Person kannten.
  • Welche Stifte? Schwarz oder dunkelblau.
  • Wann verschicken? Möglichst in den ersten zwei Wochen nach dem Tod, gern vor der Beerdigung. Eine spätere Karte ist aber immer besser als keine.
  • Wohin? An die Wohnadresse der Angehörigen oder an die Anschrift in der Traueranzeige. Viele Familien legen bei der Trauerfeier auch ein Kondolenzbuch aus.
  • Geld beilegen? In vielen Gegenden üblich, aber kein Muss. Richtwerte stehen unter Wie viel Geld in die Trauerkarte?

Wenn Sie zur Trauerfeier gehen, hilft Ihnen unser Ratgeber zum Ablauf einer Beerdigung und zur passenden Kleidung. Weitere Themen rund um Anteilnahme und Trauerfeier finden Sie unter Abschied gestalten.

Häufige Fragen

Darf ich eine Trauerkarte per WhatsApp oder E-Mail schicken?

Eine kurze Nachricht ist als erste Reaktion in Ordnung, vor allem unter engen Freunden. Sie ersetzt aber nicht die Karte. Viele Angehörige bewahren Karten auf und lesen sie später noch einmal.

Was schreibe ich, wenn ich mit der verstorbenen Person zerstritten war?

Schreiben Sie an die Angehörigen und über sie, nicht über den Streit. Ein Satz wie „Ich denke an dich und deine Familie“ ist ehrlich und genügt.

Muss ich auf eine Trauerkarte antworten?

Nein. Viele Familien verschicken einige Wochen nach der Beerdigung Danksagungskarten an alle, die kondoliert haben. Eine Pflicht gibt es nicht.

Darf ich ein Gedicht oder Zitat verwenden?

Ja, wenn es zu Ihnen und zur verstorbenen Person passt. Ein persönlicher Satz wirkt aber meist stärker als ein bekanntes Zitat. Wenn Sie ein Zitat nutzen, nennen Sie den Verfasser.

Den eigenen Abschied regeln

Wer eine Trauerkarte schreibt, denkt oft auch an das eigene Ende. Was soll bei meiner Trauerfeier gesagt werden, wer soll benachrichtigt werden, was darf es kosten? Diese Wünsche können Sie in einer Bestattungsverfügung festhalten und mit einem Vorsorgevertrag absichern.

  1. Alle Formulierungsbeispiele: eigene Texte der Redaktion Abschiedswunsch, Oktober 2026
  2. Namen in den Beispielen sind frei gewählt; Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt.

Weiterlesen

AnrufenBeratung anfragen