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Nach dem Todesfall

Sterbegeld von Krankenkasse, Rente und Arbeitgeber

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Stand: Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen seit dem 1. Januar 2004 kein Sterbegeld mehr; das GKV-Modernisierungsgesetz hat die Leistung gestrichen. Sterbegeld gibt es heute nur noch in besonderen Fällen: von der Unfallversicherung nach einem Arbeitsunfall (2026: 6.780 Euro), für Hinterbliebene von Beamten und im öffentlichen Dienst. Die Rentenversicherung zahlt im Sterbevierteljahr drei Monate die volle Rente.

Stand: Oktober 2026

Viele Angehörige erinnern sich, dass die Krankenkasse früher einen Zuschuss zur Beerdigung gezahlt hat. Diese Zeit ist vorbei. Auf dieser Seite sehen Sie, welche Stellen heute noch zahlen, wie hoch die Beträge sind und wo Sie den Antrag stellen.

Wer zahlt heute Sterbegeld?

StelleWannHöheGrundlage
Gesetzliche Krankenkassenie mehr seit 20040 €GKV-Modernisierungsgesetz
Gesetzliche UnfallversicherungTod durch Arbeits- oder Wegeunfall oder Berufskrankheit1/7 der Bezugsgröße, 2026: 6.780 €§ 64 SGB VII
Dienstherr (Bundesbeamte)Tod eines Beamten oder Ruhestandsbeamten2-fache monatliche Bezüge§ 18 BeamtVG
Arbeitgeber im öffentlichen Dienst (TV-L)Tod eines BeschäftigtenEntgelt für den Rest des Sterbemonats und zwei weitere Monate§ 23 Abs. 3 TV-L
RentenversicherungTod eines versicherten Ehepartners3 Monate volle Rente (Sterbevierteljahr)§ 67 SGB VI
SozialamtBestattungspflichtige können die Kosten nicht tragenerforderliche Kosten einer einfachen Bestattung§ 74 SGB XII

Die Beträge sind keine Pauschale für jeden Todesfall. Jede Leistung hat eigene Voraussetzungen, die wir unten erklären.

Warum zahlt die Krankenkasse nichts mehr?

Bis Ende 2003 gab es ein gesetzliches Sterbegeld der Krankenkassen. Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz hat der Bundestag es zum 1. Januar 2004 gestrichen, um die Kassen zu entlasten. Angebote unter dem Namen „Sterbegeld“, die Sie heute finden, sind private Versicherungsverträge und keine gesetzliche Leistung.

Wenn Sie also einen Brief an die Krankenkasse schreiben, dann nicht wegen Sterbegeld, sondern um die Mitgliedschaft zu beenden. Diese Abmeldung kann auch das Bestattungshaus für Sie übernehmen.

Sterbegeld der Unfallversicherung

Ist der Tod Folge eines Arbeitsunfalls, eines Wegeunfalls oder einer anerkannten Berufskrankheit, zahlt die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse ein Sterbegeld. Es beträgt ein Siebtel der Bezugsgröße, die zum Zeitpunkt des Todes gilt (§ 64 SGB VII). Die Bezugsgröße ist ein jährlich festgelegter Durchschnittswert der Sozialversicherung. 2026 liegt sie bei 3.955 Euro im Monat, also 47.460 Euro im Jahr. Ein Siebtel davon sind 6.780 Euro.

  • Wer bekommt es? Ehepartner, Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister und weitere nahe Angehörige, und zwar derjenige, der die Bestattung bezahlt hat.
  • Überführung: Starb die Person fern von zu Hause, etwa auf einer Dienstreise, werden auch die Kosten der Überführung erstattet.
  • Ohne Angehörige: Wer sonst die Bestattung bezahlt hat, erhält die Kosten bis zur Höhe des Sterbegelds.

Sterbegeld für Hinterbliebene von Beamten

Stirbt ein Bundesbeamter, eine Bundesbeamtin oder eine Person im Ruhestand, erhalten Ehepartner und Kinder ein Sterbegeld in Höhe der doppelten Dienstbezüge oder des doppelten Ruhegehalts (§ 18 BeamtVG). Es wird in einer Summe gezahlt. Gibt es keine Ehepartner oder Kinder, können andere Verwandte oder die Person, die die Bestattung bezahlt hat, einen Antrag stellen. Die Länder regeln das Sterbegeld ihrer Beamten in eigenen Gesetzen, meist ähnlich.

Für die laufende Versorgung gibt es danach das Witwengeld von 55 Prozent des Ruhegehalts. Mehr dazu im Ratgeber Witwenrente.

Sterbegeld im öffentlichen Dienst

Für Beschäftigte der Länder regelt § 23 Abs. 3 TV-L ein Sterbegeld: Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder Kinder erhalten das Tabellenentgelt für die restlichen Tage des Sterbemonats und für zwei weitere Monate. Die zwei Monate werden in einer Summe gezahlt. Der TVöD für Bund und Kommunen regelt das Sterbegeld in § 23 Abs. 3 inhaltsgleich: Tabellenentgelt für die restlichen Tage des Sterbemonats und, in einer Summe, für zwei weitere Monate. Fragen Sie in der Personalabteilung nach, auch bei anderen Tarifverträgen.

Das Sterbevierteljahr der Rentenversicherung

Die größte Zahlung für Witwen und Witwer kommt meist von der Rentenversicherung. In den drei Monaten nach dem Sterbemonat erhalten sie die volle Rente des Partners, ohne dass eigenes Einkommen zählt. Bezog der Partner schon Rente, gibt es das Geld innerhalb von 30 Tagen als Vorschuss über den Renten Service der Deutschen Post. Alle Einzelheiten stehen im Ratgeber Sterbevierteljahr.

Was, wenn das Geld für die Bestattung nicht reicht?

Die Bestattung bezahlen zuerst die Erben aus dem Nachlass (§ 1968 BGB). Reicht der Nachlass nicht und können die Bestattungspflichtigen die Kosten nicht tragen, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten (§ 74 SGB XII). Stellen Sie den Antrag möglichst vor dem Auftrag an das Bestattungshaus. Wie das abläuft, erklärt der Ratgeber Sozialbestattung, die Reihenfolge der Zahlungspflichtigen steht unter Wer zahlt die Beerdigung?

Private Vorsorge statt gesetzlichem Sterbegeld

Weil das gesetzliche Sterbegeld weggefallen ist, sorgen viele Menschen selbst vor. Es gibt zwei Wege: eine Sterbegeldversicherung, die einen festen Betrag an die Hinterbliebenen zahlt, oder einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestattungshaus, bei dem das Geld treuhänderisch angelegt wird. Stiftung Warentest hält Sterbegeldversicherungen nur für „sehr eingeschränkt zu empfehlen“, weil die Beiträge über die Jahre oft die Versicherungssumme übersteigen. Ob sich eine Versicherung für Sie lohnt, zeigt der Kipppunkt im Sterbegeld-Check.

Wir sind kein Versicherungsvermittler und vergleichen keine Tarife. Zum Vorsorgevertrag beraten die Bestattungshäuser aus unserem Partnernetz.

Häufige Fragen

Zahlt die private Krankenversicherung Sterbegeld?

Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Ob Ihr Vertrag eine Leistung im Todesfall enthält, steht in den Versicherungsbedingungen. Fragen Sie den Versicherer direkt.

Muss ich Sterbegeld versteuern?

Das hängt von der Leistung ab. Sterbegeld, das ein Arbeitgeber oder Dienstherr zahlt, ist ein steuerpflichtiger Versorgungsbezug der Empfänger (R 19.9 Abs. 3 Nr. 3 LStR). Für das beamtenrechtliche Sterbegeld hat der Bundesfinanzhof das bestätigt (Urteil vom 19.04.2021, VI R 8/19). Das Sterbegeld der gesetzlichen Unfallversicherung ist steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Klären Sie Einzelfälle mit dem Finanzamt.

Gibt es Sterbegeld von der Pflegekasse?

Nein. Die Pflegekasse zahlt Leistungen bis zum Todestag. Danach endet der Anspruch.

Zählt Sterbegeld zum Nachlass?

Gesetzliche Sterbegelder stehen den Hinterbliebenen direkt zu und gehören nicht zum Nachlass. Bei privaten Versicherungen kommt es darauf an, ob eine bezugsberechtigte Person eingetragen ist.

  1. Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz) vom 14.11.2003, BGBl. I S. 2190
  2. § 64 SGB VII, Sterbegeld und Überführungskosten, Bundesministerium der Justiz, abgerufen Oktober 2026
  3. Werte der Rentenversicherung 2026 (Bezugsgröße 3.955 Euro), Deutsche Rentenversicherung, abgerufen Oktober 2026
  4. § 18 Beamtenversorgungsgesetz, Sterbegeld, Bundesministerium der Justiz
  5. § 23 TV-L, Besondere Zahlungen, Abdruck gesetze-bayern.de, abgerufen Oktober 2026
  6. § 23 TVöD, Besondere Zahlungen, Abdruck haufe.de, abgerufen 17.10.2026
  7. R 19.9 LStR, Zahlung von Arbeitslohn an die Erben oder Hinterbliebenen, Abdruck steuerschroeder.de, abgerufen 17.10.2026
  8. BFH, Urteil vom 19.04.2021, VI R 8/19: Beamtenrechtliches Sterbegeld ist steuerpflichtig, haufe.de, abgerufen 17.10.2026
  9. § 3 EStG, Steuerfreie Einnahmen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen 17.10.2026
  10. Sterbevierteljahr: Vorschuss beantragen, Deutsche Rentenversicherung, 7.10.2025
  11. § 74 SGB XII, Bestattungskosten, Bundesministerium der Justiz
  12. Stiftung Warentest zu Sterbegeldversicherungen, Bewertung „nur sehr eingeschränkt zu empfehlen“, test.de

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