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Wie lange dauert eine Einäscherung?

Text: Redaktion Abschiedswunsch
Fachlich geprüft: Bestattermeister:in
Stand: Oktober 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Die Verbrennung im Krematorium dauert laut Allianz in der Regel 60 bis 120 Minuten, je nach Körpergewicht. Mit Abkühlen und Entnahme der Asche rechnet etwa das städtische Krematorium Basel mit rund drei Stunden. Bis zur Übergabe der Urne vergeht meist ungefähr eine Woche: Vor jeder Einäscherung schreiben die Länder eine zweite ärztliche Leichenschau vor, und Krematorien arbeiten nach Terminplan.

Stand: Oktober 2026

Bei einer Feuerbestattung warten Angehörige oft auf die Urne, um die Beisetzung zu planen. Diese Seite zeigt, welche Schritte vor und nach der Einäscherung nötig sind, welche davon gesetzlich vorgeschrieben sind und wo Zeit verloren geht.

Von der Leichenschau bis zur Urne: die Schritte

  1. Totenschein Ein Arzt stellt nach der ersten Leichenschau den Totenschein aus.
  2. Sterbeurkunde Das Bestattungshaus zeigt den Tod beim Standesamt an, spätestens am dritten Werktag (§ 28 PStG). Ohne Beurkundung darf in der Regel nicht bestattet werden.
  3. Zweite Leichenschau Ein weiterer Arzt, meist vom Gesundheitsamt beauftragt, prüft, ob ein nicht natürlicher Tod ausgeschlossen ist. Vorgeschrieben ist das etwa in § 15 Abs. 1 BestG NRW, § 17 Abs. 1 BestV Bayern und § 13 Abs. 2 BestattG Hamburg. In Berlin findet sie im Regelfall direkt im Krematorium statt (§ 20 Abs. 1 BestattG Berlin).
  4. Einäscherung Der Sarg wird in den vorgeheizten Ofen gefahren. Nach § 3 Abs. 2 der 27. BImSchV müssen im Ofen mindestens 850 Grad Celsius herrschen. Die Verbrennung dauert laut Allianz in der Regel 60 bis 120 Minuten, je nach Körpergewicht. Das Krematorium Basel nennt für den Sarg etwa eine halbe Stunde, danach kühlt die Asche rund 45 Minuten im Ofen ab.
  5. Abkühlen und Aufbereiten Metallteile wie Sargnägel oder Implantate werden entnommen, die Asche wird in eine verschlossene Aschekapsel gefüllt (z. B. § 27 BestV Bayern).
  6. Versand oder Abholung Die Urne geht an den Friedhof oder das Bestattungshaus. In Baden-Württemberg schickt das Krematorium sie direkt an den Bestattungsplatz (§ 25 Abs. 1 BestattVO).

Von der Abholung des Leichnams bis zur Übergabe der Urne vergeht laut Allianz in der Regel ungefähr eine Woche. Wird eine Obduktion angeordnet oder ist die Todesursache unklar, kann es deutlich länger dauern, weil zuerst die Staatsanwaltschaft den Leichnam freigeben muss.

Welche Fristen gelten für die Einäscherung?

Die Einäscherung muss in derselben Frist erfolgen wie eine Erdbestattung, in den meisten Ländern binnen acht bis 14 Tagen nach dem Tod. Danach hat die Familie mehr Zeit für die Beisetzung der Urne: sechs Wochen in Nordrhein-Westfalen (§ 13 Abs. 3), drei Monate in Bayern (§ 19 Abs. 4 BestV), sechs Monate in Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Alle Fristen stehen unter Wie lange dauert es bis zur Beerdigung?

Können Angehörige bei der Einäscherung dabei sein?

In manchen Krematorien ja. Aeternitas berichtet, dass vor allem neuere Krematorien Räume für Abschiedsfeiern anbieten und es teils möglich ist, dabei zu sein, wenn der Sarg in den Ofen eingefahren wird. Fragen Sie das Bestattungshaus, welches Krematorium das anbietet. Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg oder danach mit der Urne stattfinden. Mehr unter Feuerbestattung.

Wird im Sarg eingeäschert?

Ja. Die Landesgesetze schreiben einen Sarg für die Einäscherung vor, etwa § 26 BestV Bayern („in den Särgen oder Einsatzsärgen …, in denen sie zur Feuerbestattungsanlage gelangen“) oder § 23 Abs. 5 BbgBestG. Der Sarg muss für die Verbrennung geeignet sein, Bayern verlangt grundsätzlich Vollholz (§ 30 Abs. 1 BestV). Ein einfacher Kremationssarg ist deshalb günstiger als ein Sarg für die Erdbestattung. Preise zeigt die Seite Was kostet ein Sarg?

Weitere kurze Antworten rund um Bestattung und Vorsorge finden Sie unter Fragen und Antworten.

Häufige Fragen

Wie viel Asche bleibt nach der Einäscherung?

Übrig bleiben vor allem mineralische Knochenbestandteile. Das städtische Krematorium Basel nennt etwa ein bis zwei Kilogramm Asche.

Ist sichergestellt, dass ich die richtige Asche bekomme?

Ja. Jede Einäscherung wird einzeln durchgeführt und dokumentiert. In Bayern kommt eine hitzebeständige Nummernmarke mit in den Ofen und danach in die Aschekapsel (§§ 26, 27 BestV). Krematorien führen ein Einäscherungsverzeichnis.

Kann ich die Urne selbst abholen?

In manchen Ländern ja, aber nur zur Beförderung zum Friedhof, etwa in Nordrhein-Westfalen mit Nachweispflicht binnen sechs Wochen (§ 15 Abs. 5). In Bayern und Hessen geht die Urne an Friedhof oder Bestatter. Siehe Darf man die Urne zu Hause aufbewahren?

  1. Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung (27. BImSchV), § 3, gesetze-im-internet.de
  2. Bayerische Bestattungsverordnung, §§ 17, 19, 26, 27, 30, gesetze-bayern.de
  3. Bestattungsgesetze NRW (§§ 13, 15), Hamburg (§ 13), Brandenburg (§ 23), Baden-Württemberg (BestattVO § 25) und weitere: Textsammlung Aeternitas, abgerufen 17.10.2026
  4. Abschiedsfeiern, Aeternitas e. V., abgerufen 17.10.2026
  5. Krematorium 250–800 Euro: Aeternitas, Stand 06/2026, zitiert nach allianz.de (aktualisiert 19.08.2026)
  6. Kremation, Friedhöfe Basel, Stadtgärtnerei des Kantons Basel-Stadt (Schweiz), abgerufen 17.10.2026
  7. Feuerbestattung, allianz.de, aktualisiert 19.08.2026 (Zweitquelle für Verbrennungsdauer und Zeit bis zur Urnenübergabe)
  8. Bestattungsgesetz Berlin, § 20 Abs. 1, Stand 01.03.2024
  9. § 28 Personenstandsgesetz, gesetze-im-internet.de

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