Ja, aber nur an bestimmten Orten. Viele Friedhöfe haben eigene Streuwiesen, die Landesgesetze etwa in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen vorsehen. Außerhalb von Friedhöfen ist das Verstreuen nur in Bremen, Rheinland-Pfalz und mit Genehmigung in Nordrhein-Westfalen möglich, immer nur, wenn der Verstorbene es schriftlich verfügt hat.
Stand: Oktober 2026
Asche im Wind, am Lieblingsort, im eigenen Garten: Für viele ist das ein stimmiges Bild. Rechtlich ist es in Deutschland die Ausnahme. Hier sehen Sie, wo und unter welchen Bedingungen es erlaubt ist.
Wo ist das Verstreuen erlaubt?
| Ort | Wo erlaubt | Bedingung |
|---|---|---|
| Streufläche auf dem Friedhof | u. a. Brandenburg (§ 25 Abs. 1), Bremen (§ 4 Abs. 2), Mecklenburg-Vorpommern (§ 13 Abs. 2), Nordrhein-Westfalen (§ 15 Abs. 6), Rheinland-Pfalz (§ 11 Abs. 7), Schleswig-Holstein (§ 26 Abs. 3), Thüringen (§ 23 Abs. 2) | Der Friedhof muss eine Fläche ausweisen; in NRW und Schleswig-Holstein muss es dem Willen des Verstorbenen entsprechen |
| Privates Grundstück, auch eigener Garten | Bremen, Rheinland-Pfalz | Letzter Hauptwohnsitz im Land, schriftliche Verfügung mit benannter Person, Zustimmung des Eigentümers, kein Entgelt |
| Öffentlich zugänglicher Ort | Nordrhein-Westfalen | Schriftliche Bestimmung, Genehmigung der Behörde, die das Verstreuen selbst durchführt (§ 15 Abs. 6) |
| Fluss | Rheinland-Pfalz: Rhein, Mosel, Lahn, Saar | Urne aus wasserlöslicher Zellulose vom Schiff, nur mit Totenfürsorgeverfügung (§ 11 Abs. 8) |
In Bremen darf die berechtigte Person die Urne selbst öffnen und die Asche ausbringen. Spätestens zwei Wochen danach versichert sie der Behörde an Eides statt, dass sie es so getan hat, wie verfügt (§ 4 Abs. 3). Die Gemeinde muss das Ausbringen außerhalb von Friedhöfen allerdings per Ortsgesetz zulassen (§ 4 Abs. 1a). In Rheinland-Pfalz übernimmt das Ausbringen der Bestatter (§ 11 Abs. 8 Satz 4 BestG).
Und auf See?
Bei der Seebestattung wird die Asche in der Regel nicht lose verstreut, sondern in einer wasserlöslichen Urne versenkt. Niedersachsen schreibt vor, dass die Urne beschwert wird, damit sie nicht aufschwimmt (§ 12 Abs. 5 BestattG). In Schleswig-Holstein muss die Beisetzung mindestens drei Seemeilen vor der Küste stattfinden (§ 15 Abs. 4). Mehr dazu unter Seebestattung.
Was ist verboten?
Asche heimlich im Wald, in den Bergen oder im Garten zu verstreuen, ist außerhalb der genannten Ausnahmen eine Ordnungswidrigkeit. In Nordrhein-Westfalen drohen bis zu 3.000 Euro (§ 19 Abs. 2 BestG NRW), in Brandenburg bis zu 10.000 Euro (§ 38 Abs. 2 BbgBestG). Dazu kommt ein praktisches Problem: Das Krematorium gibt die Urne in den meisten Ländern gar nicht an Angehörige heraus. Wer Asche unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten wegnimmt, macht sich nach § 168 StGB strafbar.
Welche Alternative passt, wenn Verstreuen nicht erlaubt ist?
Gute Alternativen
- Baumbestattung im Bestattungswald, oft ohne Grabpflege
- Streuwiese auf einem Friedhof, falls vorhanden
- Seebestattung in Nord- oder Ostsee
Weniger passend, wenn …
- Angehörige einen festen Ort mit Namen brauchen: Auf einer Streuwiese gibt es keine eigene Grabstelle, ob und wo Namen genannt werden, regelt die Friedhofssatzung
- Sie später umgebettet werden möchten: verstreute Asche lässt sich nicht zurückholen
Den Unterschied zwischen den Formen und ihre Kosten zeigt der Vergleich der Bestattungsarten. Wer seinen Wunsch festhalten will, nutzt die Bestattungsverfügung.
Weitere kurze Antworten rund um Bestattung und Vorsorge finden Sie unter Fragen und Antworten.
Häufige Fragen
Darf ich Asche im Ausland verstreuen?
Das richtet sich nach dem Recht des Ziellandes und danach, ob das Krematorium die Urne herausgeben darf. Bayern erlaubt die Herausgabe an Hinterbliebene nur bei enger persönlicher Bindung des Verstorbenen an den Zielstaat (§ 28 Abs. 1 BestV). Mehr unter Bestattung im Ausland.
Können Angehörige das Verstreuen beschließen, wenn nichts verfügt ist?
Außerhalb von Friedhöfen nein. Bremen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verlangen eine schriftliche Bestimmung des Verstorbenen. In Bremen kann ersatzweise die zustimmende Erklärung eines Bestattungspflichtigen genügen, wenn nur die Bestimmung der Totenfürsorge fehlt (§ 4 Abs. 1a).
Ist das Verstreuen günstiger als ein Grab?
Meist ja, weil Grabstein und Grabpflege entfallen. Friedhofsgebühren für die Streufläche fallen trotzdem an. Unser Kostenrechner zeigt typische Spannen.
- Bremisches Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen, § 4, Stand 01.06.2026
- Bestattungsgesetz Rheinland-Pfalz vom 22.09.2025, § 11, Stand 01.10.2025
- Bestattungsgesetz NRW, §§ 15, 19, Stand 01.02.2024
- Bestattungsgesetze Brandenburg (§§ 25, 38), Mecklenburg-Vorpommern (§ 13), Niedersachsen (§ 12), Schleswig-Holstein (§§ 15, 26), Thüringen (§ 23): Textsammlung Aeternitas, abgerufen 17.10.2026
- Bayerische Bestattungsverordnung, § 28, gesetze-bayern.de
- § 168 StGB, gesetze-im-internet.de