Für eine Bestattung im Heimatland überführt ein Bestatter den Verstorbenen im Sarg, auf dem Luftweg in einem Zinksarg mit neutraler Transportkiste. Für den Grenzübertritt ist ein Leichenpass nötig, den die zuständige Behörde vor Ort ausstellt, in Stuttgart zum Beispiel für 70 Euro. Welche Papiere das Zielland verlangt, erfahren Sie beim Konsulat. Eine Urne braucht laut Bestatterverband keinen Leichenpass.
Stand: Oktober 2026
Viele Menschen möchten dort beigesetzt werden, wo ihre Familie herkommt. Für Angehörige bedeutet das zusätzliche Formalitäten unter Zeitdruck. Diese Seite zeigt den Ablauf, die nötigen Unterlagen und was Sie schon zu Lebzeiten regeln können.
Wo ist die Person verstorben?
Sofort sprechen: 0800 000 00 00, rund um die Uhr
- Kostenlos und unverbindlich
- Bestattungshaus in Ihrer Nähe
- Daten nur an dieses Haus
Wie läuft eine Überführung ins Ausland ab?
- Bestatter beauftragen Wählen Sie ein Haus mit Erfahrung bei Auslandsüberführungen. Es kennt die Anforderungen der Fluggesellschaften und Zielländer.
- Sterbefall anzeigen Der Tod muss spätestens am dritten Werktag beim Standesamt des Sterbeorts angezeigt werden (§ 28 PStG).
- Leichenpass beantragen Das übernimmt in der Regel der Bestatter bei der zuständigen Behörde, etwa dem Ordnungsamt.
- Zielland klären Konsulat oder Botschaft des Ziellands nennen zusätzliche Unterlagen und besondere Vorschriften für den Sarg.
- Transport Für lange Strecken auf dem Luftweg wird der Verstorbene in einen Zinksarg gebettet, dieser in einen Holzsarg und eine neutrale Transportkiste.
Der Zinksarg verhindert laut Bundesverband Deutscher Bestatter Unter- und Überdruck während des Flugs. Die neutrale Kiste ermöglicht die Beförderung im Frachtraum.
Welche Unterlagen braucht man?
Am Beispiel Stuttgart (Baden-Württemberg, § 44 Bestattungsgesetz) sind für den Leichenpass nötig:
| Unterlage | Wer stellt sie aus? |
|---|---|
| Antrag auf Leichenpass | Bestattungsunternehmen |
| Todesbescheinigung | Arzt nach der Leichenschau |
| Sterbeurkunde oder Bescheinigung über die Zurückstellung der Beurkundung | Standesamt |
| Genehmigung der Staatsanwaltschaft, bei Hinweisen auf einen nicht natürlichen Tod | Staatsanwaltschaft oder Amtsgericht |
| Unterlagen nach den Vorschriften des Ziellands | Konsulat oder Botschaft des Ziellands |
Quelle: Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen Oktober 2026. In anderen Ländern und Städten kann die Liste abweichen.
Für einzelne Länder gelten besondere Vorschriften zur Einsargung, Stuttgart nennt als Beispiel Griechenland. Welche Unterlagen Sie für die Sterbeurkunde brauchen, steht unter Unterlagen für den Bestatter.
Was kostet eine Überführung?
Der Leichenpass kostet in Stuttgart 70 Euro, die Gebühren unterscheiden sich je nach Gemeinde. Den größten Teil machen Sarg, Zinkeinsatz, Flug und die Leistungen des Bestatters aus. Die Gesamtkosten hängen von Zielland, Entfernung und Transportweg ab. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland warnt, die Kosten einer Überführung nicht zu unterschätzen. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot mit allen Positionen geben.
Das Sozialamt übernimmt bei einer Sozialbestattung Überführungskosten nach Aeternitas nur innerhalb Deutschlands und nur, wenn besondere Gründe wie eine familiäre Bindung vorliegen. Eine Überführung ins Ausland müssen Familien deshalb in der Regel selbst finanzieren.
Ist eine Urne eine Alternative?
Für manche Familien ja. Eine Urne braucht laut Bestatterverband keinen Leichenpass und kann per Post oder als Fluggepäck ins Ausland gebracht werden. Sie muss in der Regel gekennzeichnet sein. In Sachsen genügt für den Versand eine sicher verschlossene, gekennzeichnete Urne mit Einäscherungsschein und Aufnahmeschein des Friedhofs (§ 17 Abs. 7 SächsBestG). Die Einfuhrregeln des Ziellands gelten zusätzlich.
Im Islam und im Judentum ist die Feuerbestattung nach der religiösen Überlieferung nicht vorgesehen. Mehr dazu unter Muslimische Bestattung und Jüdische Bestattung.
Was können Sie zu Lebzeiten regeln?
Wer im Heimatland beigesetzt werden möchte, sollte das schriftlich festhalten, zum Beispiel in einer Bestattungsverfügung. Darin stehen Zielort, Friedhof und die Person, die sich kümmern soll. Mit einem Vorsorgevertrag lassen sich die Überführungskosten vorab festlegen und finanzieren. So muss die Familie im Trauerfall nicht erst Geld beschaffen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Überführung ins Ausland?
Das hängt vor allem davon ab, wie schnell Urkunden, Leichenpass und die Papiere des Ziellands vorliegen, und von den Flugverbindungen. Fragen Sie den Bestatter nach einem realistischen Zeitplan.
Was gilt, wenn ein Angehöriger im Ausland stirbt?
Dann gilt das Recht des Sterbelands. Die deutsche Botschaft oder das Konsulat im Sterbeland kann bei den Formalitäten unterstützen. Für die Rückführung nach Deutschland beauftragen Sie am besten einen Bestatter, der mit einem Partner im Sterbeland zusammenarbeitet.
Braucht man auch innerhalb Deutschlands einen Leichenpass?
Manchmal. In Baden-Württemberg kann ein Leichenpass nötig sein, wenn der Verstorbene in ein anderes Bundesland gebracht wird, das ihn verlangt. Für eine Überführung über die Grenze ist er nach Angaben der Stadt Stuttgart immer nötig.
Weitere Antworten finden Sie in der Übersicht Häufige Fragen.
- Leichenpass beantragen, Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen Oktober 2026
- Überführungen eines Leichnams, Bundesverband Deutscher Bestatter e. V., abgerufen Oktober 2026
- § 28 PStG Anzeige, Bundesamt für Justiz, abgerufen Oktober 2026
- Ratgeber Sozialbestattung, Aeternitas e. V., 2020
- Sächsisches Bestattungsgesetz, § 17, Freistaat Sachsen, abgerufen Oktober 2026
- Bestattungsrecht Baden-Württemberg, Praktische Hinweise, Sozialministerium BW, Februar 2024
- Bestattung im EU-Ausland: Gut informiert vorsorgen, Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, aktualisiert 14.10.2026