Bei einer Almwiesenbestattung wird die Asche eines Verstorbenen auf einer Bergwiese verstreut oder in einer abbaubaren Urne beigesetzt. Angeboten wird sie bisher in der Schweiz, weil dort Angehörige weitgehend frei über die Asche verfügen dürfen. Für Verstorbene aus Deutschland wird die Urne nach der Einäscherung in die Schweiz überführt. Ein Grab mit Namen gibt es meist nicht.
Stand: Oktober 2026
Die Almwiesenbestattung ist eine seltene Naturbestattung für Menschen, denen die Berge viel bedeuten. Diese Seite erklärt den Ablauf, die Rechtslage und die Alternativen, die es in Deutschland gibt.
Für wen möchten Sie vorsorgen?
- Kostenlos und unverbindlich
- Bestattungshaus in Ihrer Nähe
- Daten nur an dieses Haus
Wie läuft eine Almwiesenbestattung ab?
- Einäscherung in Deutschland Der Bestatter erledigt die Formalitäten am Sterbeort und veranlasst die Feuerbestattung mit zweiter Leichenschau.
- Überführung Die Urne wird an einen Schweizer Bestatter übergeben, laut bestattungen.de meist auf dem Postweg.
- Beisetzung auf der Alm Der Schweizer Partner verstreut die Asche auf der Wiese oder setzt sie in einer biologisch abbaubaren Urne bei.
- Abschied vor Ort Angehörige können dabei sein und auf Wunsch eine kleine Feier auf der Alm halten.
- Erinnerung Die Wiese bleibt Natur. Grabschmuck, Grabstein und Bepflanzung sind meist nicht erlaubt. Fragen Sie vorab, ob und wie der Anbieter die Lage der Beisetzung dokumentiert.
Ist die Almwiesenbestattung für Deutsche erlaubt?
In Deutschland gilt für Asche grundsätzlich die Friedhofspflicht. Eine Almwiesenbestattung ist hier deshalb nicht möglich. In der Schweiz dürfen Angehörige laut dem Schweizer Beobachter grundsätzlich frei über die Kremationsasche verfügen, solange sie den letzten Willen achten und keine Rechte Dritter verletzen.
Deutsche Bestatter nutzen daher die Überführung der Urne in die Schweiz. Bestattungsrecht ist Landesrecht; ob die Urne zu diesem Zweck ins Ausland gehen darf, klärt der Bestatter mit der zuständigen Behörde. Halten Sie Ihren Wunsch deshalb unbedingt schriftlich fest.
Was kostet eine Almwiesenbestattung?
Laut bestattungen.de (Stand November 2025) kostet eine Almwiesenbestattung insgesamt 3.000 bis 6.000 Euro. Darin stecken Bestatter, Einäscherung (laut Aeternitas 250 bis 800 Euro im Krematorium), Überführung und die Leistung des Schweizer Partners. Grabstein und Grabpflege entfallen. Mit unserem Bestattungskosten-Rechner vergleichen Sie die Summe mit anderen Formen.
Für wen passt eine Almwiesenbestattung?
Passt, wenn …
- Die Berge Ihr Lebensort waren, zum Wandern, Klettern oder als Heimat.
- Sie bewusst keinen Grabstein und keine Grabpflege wünschen.
- Ihre Angehörigen die Reise in die Schweiz mittragen.
Passt nicht, wenn …
- Ihre Familie einen Ort in der Nähe mit Namen braucht.
- Angehörige den Weg auf eine Alm nicht schaffen würden.
- Sie rechtliche Grauzonen vermeiden möchten.
Wie unterscheidet sich die Almwiese von anderen Naturbestattungen?
| Form | In Deutschland möglich | Ort mit Namen | Besuch |
|---|---|---|---|
| Almwiese | nein, nur über die Schweiz | meist nein | Reise in die Berge |
| Baumbestattung | ja, Bestattungswald oder Baumhain | ja, Tafel am Baum | jederzeit, oft Waldwege |
| Seebestattung | ja, Nord- und Ostsee | nein, Position auf Seekarte | Gedenkfahrten |
| Asche verstreuen | außerhalb von Friedhöfen nur in wenigen Ländern, etwa Rheinland-Pfalz und Bremen, unter Auflagen | nein | je nach Ort |
Wer die Natur sucht und trotzdem einen erreichbaren Ort möchte, ist mit einer Baumbestattung oft besser beraten. Die Almwiese passt vor allem dann, wenn die Berge selbst der Ort sein sollen.
Welche Alternativen gibt es in Deutschland?
- Baumbestattung im Bergwald: Auch Bestattungswälder liegen teils im Mittelgebirge, etwa der erste bayerische FriedWald am Schwanberg, einem Ausläufer des Steigerwalds (eröffnet 2007, laut waldwissen.net). Mehr unter Baumbestattung.
- Urnennaturgrab oder Wiese auf dem Friedhof: Viele Friedhöfe bieten naturnahe Flächen, siehe Urnenbestattung.
- Asche verstreuen: In wenigen Ländern unter Auflagen erlaubt, siehe Darf man Asche verstreuen?
Alle Formen im Vergleich zeigt Welche Bestattung passt zu mir?
Häufige Fragen
Kann ich die Alm selbst aussuchen?
Das hängt vom Anbieter ab. Fragen Sie, welche Wiesen zur Wahl stehen. Fragen Sie vorab, ob ein Besuch vor der Entscheidung möglich ist.
Gibt es Almwiesenbestattungen auch in Österreich?
Ja, als Urnenbeisetzung auf eigens gewidmeten Naturflächen. Laut dem Magazin profil gilt in Österreich zwar Friedhofszwang, es gibt aber Naturbestattungsflächen, darunter Almen in Werfenweng (Salzburg) und bei Innsbruck. Die Asche wird dort in einer abbaubaren Urne beigesetzt, nicht verstreut. Fragen Sie Ihren Bestatter nach aktuellen Angeboten.
Kann ich die Almwiesenbestattung vorab vertraglich festlegen?
Ja, mit einem Bestattungsvorsorgevertrag, in dem der Bestatter Überführung und Partner in der Schweiz festhält.
- Almwiesenbestattung, bestattungen.de, Stand 13.11.2025 (Zweitquelle)
- Der letzte Schliff (Verfügung über Kremationsasche in der Schweiz), Beobachter, 14.09.2010
- Bestattungsrecht: Mehr Freiheit beim Abschied (Rheinland-Pfalz), Stiftung Warentest, 02.10.2025
- Kostenspannen je Anbieter nach Aeternitas (06/2026), zitiert nach allianz.de, Seite aktualisiert 19.08.2026
- Erster FriedWald in Bayern (Schwanberg), waldwissen.net, Online-Fassung 03.05.2008 (LWF aktuell 61, 2007)
- Naturbestattung: Urnen auf dem Berg und die ewige Ruhe, profil, 01.11.2021 (zuerst 27.10.2019); Angebote können sich seither geändert haben