Eine Sterbegeldversicherung über 7.000 Euro kostet mit 65 Jahren laut Stiftung Warentest 39 bis 53 Euro im Monat bei 20 Jahren Beitragszahlung (Finanztest 2/2024). Je später Sie abschließen, desto höher der Beitrag. In unabhängigen Beispielen mit Abschluss zwischen 65 und 70 übersteigen die Beiträge die Versicherungssumme schon nach 11 bis 15 Jahren.
Stand: Oktober 2026
Die meisten Menschen denken über eine Sterbegeldversicherung nach, wenn sie in Rente gehen. Genau dann ist sie am teuersten im Verhältnis zur Leistung. Diese Seite rechnet mit unabhängigen Beispielwerten vor, ab wann Sie mehr einzahlen, als ausgezahlt wird, und was das für Ihr Alter bedeutet.
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Warum steigt der Beitrag mit dem Alter?
Der Versicherer kalkuliert, wie lange er Beiträge bekommt, bevor er zahlen muss. Mit 60 sind das im Mittel deutlich mehr Jahre als mit 75. Damit die feste Summe gedeckt ist, muss der Monatsbeitrag mit jedem Lebensjahr beim Abschluss steigen. Stiftung Warentest fasst es so: Je älter man beim Abschluss ist, desto höher der Beitrag.
Was kostet eine Sterbegeldversicherung in welchem Alter?
Konkrete Beiträge hängen von Tarif, Summe, Beitragsdauer und Wartezeit ab. Wir nennen deshalb nur unabhängige Muster- und Testwerte, keine Angebote einzelner Versicherer.
| Alter bei Abschluss | Summe | Beitrag | Beiträge = Summe nach | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| 65 Jahre | 3.000 € | im Schnitt rund 20 € im Monat | 12,5 Jahren | Stiftung Warentest 2024 |
| 65 Jahre | 7.000 € | 39 bis 53 € im Monat | 11 bis 15 Jahren | Stiftung Warentest 2024 |
| 66 Jahre | 8.000 € | 56,52 € im Monat | knapp 12 Jahren | Verbraucherzentrale Hamburg 2016 |
| 70 Jahre | 10.000 € | rund 60 € im Monat | knapp 14 Jahren | Verbraucherzentrale 2025 |
Die Spalte „Beiträge = Summe nach“ haben wir selbst errechnet: Versicherungssumme geteilt durch die Jahresbeiträge. Abschluss- und Verwaltungskosten, die im Beitrag stecken, ändern daran nichts. Überschüsse, die manche Tarife zusätzlich zahlen, sind nicht berücksichtigt.
Ab 60: Wann geht die Rechnung auf?
Die Police lohnt sich rechnerisch nur, wenn die versicherte Person nach der Wartezeit, aber vor dem Kipppunkt stirbt. Mit 65 liegt dieser Kipppunkt im Testbeispiel bei 76 bis 80 Jahren. Statistisch leben 65-Jährige in Deutschland aber noch 18,0 Jahre (Männer) bzw. 21,1 Jahre (Frauen), so die Sterbetafel 2023/2025 des Statistischen Bundesamts. Für die meisten geht die Rechnung also nicht auf. Das ist der Kern der Kritik von Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen.
Ab 70 und ab 80: Was ändert sich?
Mit 70 zahlen Sie im Beispiel der Verbraucherzentrale rund 60 Euro im Monat für 10.000 Euro. Nach knapp 14 Jahren, mit etwa 84, haben Sie die Summe eingezahlt. Wer kürzere Beitragszeiten wählt, zahlt pro Monat mehr, erreicht das Ende der Zahlungen aber früher.
Sterbegeldtarife haben ein Höchsteintrittsalter, das in den Versicherungsbedingungen steht. Ab 80 ist die Auswahl deshalb kleiner, und die Beiträge sind wegen der kurzen Restlaufzeit hoch. Belastbare unabhängige Beitragswerte für dieses Alter haben wir nicht gefunden. Wer in diesem Alter vorsorgen will, ist mit einem Bestattungsvorsorgevertrag oder einer zweckgebundenen Rücklage meist besser beraten, weil es dort weder Höchstalter noch Wartezeit gibt.
Tragen Sie im Sterbegeld-Check die Zahlen aus Ihrem Angebot ein. Er zeigt das Jahr, ab dem Sie mehr eingezahlt hätten, als ausgezahlt wird.
Was ist mit 60 die bessere Wahl?
Sterbegeldversicherung passt eher, wenn …
- Sie keine Rücklage haben, aber monatlich einen kleinen Betrag zahlen können,
- Sie früh abschließen und eine kurze Beitragszeit wählen,
- Sie Wartezeit, Leistung in der Wartezeit und Rückkaufswert verglichen haben.
Andere Wege passen eher, wenn …
- Sie bereits Geld angespart haben, das Sie zweckgebunden anlegen können,
- Sie 70 oder älter sind,
- Sie Ihre Bestattung auch inhaltlich festlegen möchten.
Die Alternativen im Überblick: Geld selbst zurücklegen, ein Sparbuch mit Sperrvermerk zugunsten eines Bestattungshauses oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto. Welcher Weg zu Ihnen passt, zeigt der Vergleich Sterbegeldversicherung oder Vorsorgevertrag.
Häufige Fragen
Ist es mit 60 zu spät für eine Sterbegeldversicherung?
Zu spät nicht, aber teurer als mit 50. Entscheidend ist, wie lange Sie Beiträge zahlen. Je länger die Beitragszeit, desto größer die Gefahr, mehr einzuzahlen, als ausgezahlt wird. Wann Vorsorge allgemein sinnvoll ist, lesen Sie unter Ab wann sollte man vorsorgen?
Kann ich als Rentner mit kleiner Rente Sterbegeld absichern?
Ja. Bedenken Sie aber: Wer später Sozialhilfe braucht, muss eine angemessene Bestattungsvorsorge in der Regel nicht auflösen (§ 90 Abs. 3 SGB XII). Reicht das Geld beim Tod nicht, können Bestattungspflichtige eine Sozialbestattung beantragen (§ 74 SGB XII). Mehr unter Bestattungsvorsorge und Sozialamt.
Ich habe das Geld schon. Lohnt sich dann eine Police gegen Einmalbeitrag?
Wer die Summe bereits besitzt, braucht die Versicherungsleistung meist nicht. Bei einem Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhand fließt der ganze Betrag in Ihre Bestattung, ohne Wartezeit und ohne Gesundheitsfragen. Bei einer Police bezahlen Sie dagegen auch Kosten und Risikoschutz. Vergleichen Sie beide Wege anhand konkreter Angebote.
Was ist eine Sterbekasse?
Eine Sterbekasse ist ein kleiner Versicherungsverein, der ebenfalls Sterbegeld zahlt. Laut Verbraucherzentrale bieten Sterbekassen manchmal bessere Konditionen, haben aber nicht den Insolvenzschutz der Lebensversicherer. 2026 hat die BaFin einer großen Sterbekasse die Erlaubnis entzogen (Versicherungsbote).
Abschiedswunsch ist kein Versicherungsvermittler und vergleicht keine Tarife. Mehr zur Vorsorge im Überblick: Bestattungsvorsorge.
- Vorsorge für die Bestattung: Eine Sterbegeldversicherung ist selten sinnvoll, Stiftung Warentest, Finanztest 2/2024, veröffentlicht 17.01.2024
- Verlustgeschäft Sterbegeldversicherung, Verbraucherzentrale Hamburg, 18.11.2016
- Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht, Verbraucherzentrale Bundesverband, Stand 29.01.2025
- BaFin entzieht Bochumer Sterbekasse die Erlaubnis, Versicherungsbote, 2026
- Sterbetafel 2023/2025: fernere Lebenserwartung mit 65 Jahren, Statistisches Bundesamt (Destatis), veröffentlicht 07.07.2026
- § 90 SGB XII und § 74 SGB XII, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026